Mit der schon länger angekündigten Verfassungsklage gegen die Pensionsaliquotierungen macht die SPÖ nun ernst.
Wenn nicht am Mittwoch im Plenum die Abschaffung dieses "Pensionsraubs" paktiert wird, will man sich an das Höchstgericht wenden, wie der stellvertretende Klubobmann Jörg Leichtfried in einer Pressekonferenz Dienstag Vormittag kundtat. Allerdings braucht man dafür die Unterstützung einer anderen Fraktion.
SPÖ macht mit Klage gegen die Aliquotierung der Pensionen ernst
Denn die SPÖ will es über eine so genannte Drittel-Beschwerde versuchen. Dafür benötigt es eben ein Drittel der Abgeordneten und damit realistisch gesehen die Unterstützung der Freiheitlichen. Daran glaubt Leichtfried: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die FPÖ bei sowas nicht mitgeht." Das Anliegen unterstützen wird die SPÖ morgen auch mit einem "Dringlichen Antrag" im Plenum.
Aliquotierung der Pensionen sei eine verfassungswidrige Regelung
Leichtfried wiederholte,
dass für ihn die Aliquotierung eine ungerechte, unsachliche und
höchstwahrscheinlich verfassungswidrige Regelung darstelle: "Das
Sternzeichen bestimmt die Pensionshöhe für die Zukunft." Dabei geht es
darum, dass das Pensionsplus im ersten Jahr nach dem Antritt des
Ruhestands danach bemessen wird, in welchem Monat man in Pension
gegangen ist. Bei einem Übertritt im November oder Dezember gibt es im
ersten Pensionsjahr gar keine Erhöhung.
Pensionsverluste würden ein ganzes Leben lang mitgeschleppt
Wie Leichtfried betonte,
würden diese Verluste dann ein ganzes Leben mitgeschleppt. Das summiere
sich auf eine Einbuße von im Schnitt zwei Jahrespensionen. Auch ein von
der SPÖ in Auftrag gegebenes Gutachten hat festgestellt, dass die Lösung
"grob unsachlich" sei.
Wohnzuschüsse als zweites Hauptthema der SPÖ
Zweites Hauptthema für die SPÖ in der
Plenarwoche sind die Wohnzuschüsse. Die missfallen den Sozialdemokraten
insofern, als sie eine Mietpreisbremse wollten. Was die Regierung nun
tue, sei ein weiteres Anheizen der Inflation. Das sei sowohl sozial- als
auch wirtschaftspolitisch eine "Katastrophe". Man fördere nur die
Renditen von Vermietern und Immobilien-Lobby.
NEOS-Klubobmann äußerte Unmut an Wirtschaftspolitik der Regierung
Dass die Nationalratssitzung am Mittwoch mit einer Aktuellen Stunde startet, in der die ÖVP über den Wirtschaftsstandort Österreich diskutieren will, bietet für den stellvertretenden Klubobmann der NEOS Nikolaus Scherak Anlass, Unmut an der Wirtschaftspolitik der Regierung auszudrücken. Das Gießkannenprinzip, nach dem Hilfen verteilt werden würden, sei kontraproduktiv und würde die Inflation befeuern. Stattdessen wünscht er sich eine drastische Senkung der Lohnnebenkosten. "Mitarbeiter verdienen zu wenig und sie kosten Unternehmen zu viel", so Scherak bei einer Pressekonferenz.
NEOS fordern von Krankenkasse finanzierte Psychotherapie
Die NEOS fordern außerdem eine
von der Krankenkasse finanzierte Psychotherapie. Pro Behandlung bekomme
man nur einen Bruchteil retour, so NEOS-Gesundheitssprecherin Fiona
Fiedler. Kein Kind oder Jugendlicher solle sich Sorgen machen müssen, ob
die Eltern eine Therapie bezahlen können. Eine parlamentarische
Petition zur Forderung hätten Dienstagfrüh bereits über 3.000 Personen
unterstützt.
Virtuelle Rede des ukrainischen Präsidenten Selenskyj
Erfreut zeigte sich Scherak über die virtuelle Rede,
die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag im
Parlament halten wird. Die Rede könne Anlass zu einer Debatte über eine
Sicherheitsstrategie und die Neutralität bieten - denn diese reiche
nicht aus, um Österreich zu schützen.