Nach langem Hin und Her konnte sich die türkis-grüne Regierung doch zu einer Hilfe gegen die stark steigenden Mieten durchringen. Es wird nun jedoch eine Wohnkostenhilfe statt einer Mietpreisbremse.
Die von den Grünen forcierte Mietpreisbremse kommt wegen des Widerstands der ÖVP nicht, stattdessen wird es als Kompromiss Einmalzahlungen geben, konkret werden als Wohnkostenhilfe 250 Millionen Euro lockergemacht, davon 25 Millionen Euro als Aufstockung für den Wohnschirm gegen Delogierungen.
Damit steht die Einigung nach wochenlangem Gezerre gerade noch rechtzeitig vor dem Finanzausschuss am Donnerstag. Die Zeit drängt, denn Mieterinnen und Mietern in Altbauten steht bald eine Erhöhung der Richtwertmieten um 8,6 Prozent ins Haus. Mittwochmittag soll der Kompromiss im Pressefoyer nach dem Ministerrat präsentiert werden.
Ursprünglich
hatte die Koalition über eine Mietpreisbremse verhandelt, mit der die
Erhöhung über mehrere Jahre gestreckt werden sollte. Die ÖVP wollte auch
für die Vermieter, die bei einer Mietpreisbremse einen spürbaren
Einnahmenverzicht hätten, Verbesserungen haben, nämlich attraktivere
steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten bei klimafreundlichen thermischen
Sanierungen. Weiters wollte die ÖVP Käufer und Häuslbauer entlasten,
beim Kauf einer Immobilie sollten die ersten 500.000 Euro von der
Grunderwerbssteuer (3,5 Prozent des Kaufpreises) befreit werden.
Den
Grünen war der Steuervorstoß der ÖVP zu weit gegangen, da damit auch
Luxusimmobilienkäufer entlastet würden. Sie schlugen vor, den
Grunderwerbsteuersatz ab einem Kaufpreis von 1 Mio. Euro von 3,5 auf 5
Prozent zu erhöhen. Das sollte den Gemeinden, die diese Steuer einheben,
zur Gegenfinanzierung dienen. Die ÖVP brachte dann stattdessen am
Montag überraschend einen 200 Millionen Euro schweren
"Wohnkostenzuschuss" statt der Mietpreisbremse ins Spiel. Dass
Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) zuletzt die Erhöhung der
Richtwertmieten als primär regionales Wiener Problem bezeichnete, sorgte
dann auch noch für Verstimmung in der Bundeshauptstadt - Bürgermeister
Michael Ludwig (SPÖ) ortete beim Finanzminister "Ignoranz gegenüber der
Wiener Bevölkerung".