Spätestens am Donnerstag hat das Ringen der Koalitonsregierung um eine Mietpreisbremse im Finanzausschuss des Parlaments ein Ende.
Ein entsprechender Antrag könnte in allerletzter Sekunde durch einen formalen Kunstgriff, eine sogenannte Trägerrakete, eingebracht werden. Andernfalls droht den Mieterinnen und Mietern in Altbauten eine Erhöhung der Richtwertmieten um 8,6 Prozent, wie Grünen-Mandatarin Nina Tomaselli am Montag im Ö1-"Morgenjournal" des ORF erklärte.
Das Ringen um Mietpreisbremse ist spätestens am Donnerstag zu Ende
Angestrebt wird eine gesetzlich verordnete Drosselung der Mieterhöhung von 8,6 auf zunächst 3,8 Prozent. Der Rest der Mietanhebung soll auf 2024 und 2025 verschoben werden. Die an die Inflationsentwicklung gekoppelten Richtwertmieten wurden vergangenes Jahr bereits um fast 6 Prozent erhöht.
ÖVP will auch für die Vermieter eine Verbesserung im Gesetz
Die ÖVP will für die Vermieter, die bei einer
Mietpreisbremse zu einem spürbaren Einnahmenverzicht gedrängt werden,
auch eine Verbesserung in das Gesetz hineinverhandeln - attraktivere
steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten bei klimafreundlichen thermischen
Sanierungen. Sie will auch Käufer und Häuslbauer entlasten - beim Kauf
einer Immobilie sollen die ersten 500.000 Euro von der
Grunderwerbssteuer (3,5 Prozent des Kaufpreises) befreit werden.
Mietpreisbremse: Grünen geht der Steuervorstoß der ÖVP zu weit
Den
Grünen geht der Steuervorstoß der ÖVP zu weit, da damit auch
wohlhabende Luxusimmobilienkäufer entlastet würden. Sie schlagen vor,
den Grunderwerbsteuersatz ab einem Kaufpreis von 1 Mio. Euro zu erhöhen.
Das soll den Gemeinden, die diese Steuer einheben, zur
Gegenfinanzierung dienen.
Keine Stellungnahme der ÖVP zu Gesprächen zur Mietpreisbremse
Die ÖVP wollte zu den laufenden
Gesprächen keine Stellungnahme abgeben. Finanzminister Magnus Brunner
hatte aber bereits vor dem Wochenende Verhandlungsspielraum in Sachen
Grunderwerbsteuer signalisiert. Statt einer generellen Steuerbefreiung
bis 500.000 Euro könne er sich auch vorstellen, "eine Obergrenze für den
Immobilienpreis insgesamt einzuziehen". Wer diese Kaufpreisgrenze
überschreite, müsse die GrESt "auch für die ersten 500.000 Euro
bezahlen. "Darüber können wir gerne reden", so der Minister.
Trägerrakete: Inhaltlich nicht so wichtiger Antrag
Bei
einer Trägerrakete handelt es sich um einen inhaltlich nicht so
wichtigen Antrag, der im Zuge von Verhandlungen bereits vorsorglich in
den parlamentarischen Prozess geschickt wird und dann thematisch nach
Bedarf entsprechend abgeändert werden kann, falls es zu einer Einigung
kommt.
Grünen-Antrag zu Tippfehler im Einkommenssteuergesetz
Im konkreten Fall planen die Grünen dem Radiobericht
zufolge diesen Donnerstag einen Antrag zu einem Tippfehler im
Einkommensteuergesetz, aus dem die Mietpreisbremse werden soll. Im
regulären Fristenlauf hätte diese eigentlich spätestens im jüngsten
Bautenausschuss finalisiert werden müssen, um noch rechtzeitig per 1.
April in Kraft treten zu können. Zu dem Zeitpunkt war aber innerhalb der
Koalition noch keine Einigung über die Details in Sicht. Über das
Vehikel Grunderwerbsteuer passt der Gesetzesantrag thematisch nun auch
in den Finanzausschuss.
Einleitung der Mietpreisbremse am Donnerstag "auf den letzten Drücker"
Gelingt der Koalition am Donnerstag das
Einleiten der Mietpreisbremse auf den letzten Drücker, müsste das
entsprechende Gesetz anschließend noch vom Nationalratsplenum in einer
Sondersitzung kommende Woche beschlossen werden. Daran anschließend
braucht es weiters eine Bundesratssitzung sowie die Unterschrift des
Bundespräsidenten. Danach könnte die offizielle Kundmachung erfolgen.
Mietpreisbremse muss bis 31. März, vor Mitternacht, stehen
All
das wäre bis 31. März, vor Mitternacht, durchzuziehen. Ansonsten
steigen die Richtwertmieten in Altbauten ab 1. April (Neuabschlüsse)
beziehungsweise 1. Mai (Bestandsverträge) ungebremst weiter.