Dem Verlangen der Länder nach mehr Geld im Finanzausgleich antwortet der Bund nun mit Zahlen.
Demnach war es nämlich der Bund, der während der vergangenen Periode weniger Einnahmen lukrierte und weit mehr ausgeben musste als die anderen Gebietskörperschaften. Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) will nun eine stärkere Aufgabenorientierung und einen effizienteren Mitteleinsatz. Finanzausgleich ist ein Tauziehen zwischen Bund und Ländern.
Finanzausgleich ist ein Tauziehen zwischen Bund und Ländern
Fakt sei, dass der Bund mit Abstand die Hauptlast getragen habe - auch über die Kompetenzen des Bundes und die vereinbarten Verteilungsschlüssel hinaus, schreibt Brunner in einer Stellungnahme. Laut Zahlen seines Ressorts gab es seit 2016 ein Plus der Einnahmen des Bundes von 14,2 Prozent. Damit lag man hinter den Ländern mit plus 15,6 Prozent und den Kommunen mit plus 22,8 Prozent. Der Anstieg der Ausgaben wird im Landessektor mit 16,8 Prozent und bei den Gemeinden mit 22,5 Prozent angegeben, beim Bund hingegen mit 28,6 Prozent.
Ein Punkt ist die Aufwendung zur Pandemie-Bekämpfung
Dies hängt
natürlich stark mit den Aufwendungen zur Pandemie-Bekämpfung zusammen,
aber auch mit sonstigen Zuschüssen. Aufgelistet werden etwa 450
Millionen an Wohn- und Heizkostenzuschüssen an die Länder. Den größten
Brocken machen die gut zwei Milliarden für die Gemeinden aus, die
während der Corona-Hochphase ausgeschüttet wurde. Dazu kommen
Investitionszuschüsse an die Länder und eine Ausgleichszahlung von 750
Millionen für die Krankenanstalten.
Ertragsanteile der Gemeinden zu Lasten des Bundes aufgestockt
Weiters argumentiert das
Finanzressort damit, dass 2021 die Ertragsanteile der Gemeinden zu
Lasten des Bundes um 675 Millionen aufgestockt worden seien. Die mit dem
Steuerreformgesetz 2020 beschlossene Entlastung der Geringverdiener im
Bereich der Einkommensteuer und die im Rahmen der ökosozialen
Steuerreform vereinbarte zusätzliche Entlastung von Geringverdienern
plus die Erhöhung des Sozialversicherung-Bonus und des
Pensionistenabsetzbetrages seien durch Schlüsseländerungen zu Gunsten
der Länder und Gemeinden zur Gänze vom Bund getragen worden. Dies
bedeute eine jährliche Erhöhung der Ertragsanteile von Ländern und
Gemeinden um rund 400 Millionen.
Bundessektor sei von Coronakrise am stärksten betroffen gewesen
Der Bundessektor sei auch von der am stärksten betroffen gewesen, die budgetäre Erholung schreite nur langsam voran, ein ausgeglichener Saldo auf Bundesebene sei laut aktueller Planung nicht in Sicht. Rund 90 Prozent der öffentlichen Schulden entfielen auf den Bund. Im Vorjahr wiesen hingegen die Länder in Summe für die ersten drei Quartale mit plus 0,7 Prozent des BIP (bzw. plus 3,1 Mrd. Euro) den höchsten Maastricht-Überschuss seit Beginn der Datengrundlage 2001 auf.
Ruf der Länder nach stärkerer Abgeltung im Pflegesektor
Gerade im Pflegesektor gibt es einen
lauten Ruf der Länder nach einer stärkeren Abgeltung ihrer Aufgaben.
Doch auch hier listet das Finanzministerium Belastungen im eigenen
Bereich auf, etwa durch die Wertsicherung des Pflegegeldes. Zudem seien
den Ländern seitens des Bundes 2018 340 Mio. und ab 2019 jährlich 300
Mio. Euro als Ausgleich aufgrund der Abschaffung des Pflegeregresses zur
Verfügung gestellt worden. Insgesamt seien die Pflegeausgaben seit
Beginn der letzten Finanzausgleichsperiode seitens des Bundes von 3,2
auf 3,9 Milliarden gestiegen.