Bisher ohne Folgen für die Erwerbsverläufe von Migrantinnen und Migranten ist die Coronakrise geblieben.
Das geht aus einer vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Auftrag gegebenen Studie zur Arbeitsmarktintegration hervor, die der APA vorliegt. Zu den Ergebnissen zählt auch, dass Geflüchtete aus Syrien am häufigsten Beschäftigung finden und die Beschäftigungsintegration von geflüchteten Frauen deutlich langsamer als bei Männern verläuft.
Die Folgen für das Arbeitsleben von Migranten in der Coronakrise
Erstellt wurde der Bericht zur Arbeitsmarktintegration von Personen mit Fluchthintergrund, aus Drittstaaten und der EU von der Synthesis Forschung GmbH im November 2022. Verglichen wurden unter anderem die Zuwanderungsjahrgänge 2015, 2016 und 2019 mit dem Stand 2021.
Keine pandemiebedingten Einbrüche bei Erwerbsintegration
In
Bezug auf die Erwerbsintegration der Zuwandernden gab es laut der Studie
keine pandemiebedingten Einbrüche. Die Erwerbskarrieren sowohl der vor
längerer Zeit als auch der vor kurzem Zugewanderten blieben in den
Krisenjahren 2020 und 2021 relativ unbeeinflusst, wie sich anhand der
stabilen Verläufe in Hinblick auf Verbleib, Beschäftigungsgrad und
-ausmaß sowie in Bezug auf das Einkommen zeige, heißt es im Bericht.
Beschäftigungsstand nimmt mit Aufenthaltsdauer stark zu
Generell
nimmt der Beschäftigungsstand mit der Aufenthaltsdauer stark zu. So
standen 2021 vom Zuwanderungsjahrgang 2015 (also sechs Jahre später)
rund 52 Prozent der Geflüchteten zumindest drei Monate - aber im
Regelfall länger - in Beschäftigung. Vom Jahrgang 2016 waren es (fünf
Jahre nach der Zuwanderung) rund 39 Prozent. Bei jenen des Jahrganges
2019 ist die Beschäftigungsintegration mit rund 16 Prozent noch relativ
niedrig.
Hohe Arbeitsmarktbeteiligung bei Menschen aus dem EU-Raum
Besonders hoch ist die Arbeitsmarkbeteiligung bei
Zugewanderten aus dem EU-Raum. 2021 galten fast acht von zehn Personen
(79 Prozent) der Personen aus dem EU-Raum als beschäftigungsintegriert,
hatten also eine "ausreichende Beschäftigung" (zumindest 90 Tage). Die
Beschäftigungsintegration von Zuwandernden aus Drittstaaten (ohne
Fluchthintergrund) lag 2021 bei 72 Prozent. Die höchste
Beschäftigungsquote haben dabei Zugewanderte aus dem Westbalkan.
Beschäftigungsintegration von Frauen verläuft langsamer
Deutlich
langsamer verläuft die Beschäftigungsintegration von Frauen. Sechs
Jahre nach der Zuwanderung 2015 war erst eine von fünf geflüchteten
Frauen "ausreichend" beschäftigt. Bei Männern aus Syrien und Afghanistan
waren es dagegen rund zwei von drei. Junge Zuwanderer (unter 25 Jahre)
mit Fluchthintergrund weisen höhere Beschäftigungsquoten auf als ältere.
Bei Personen aus der EU bzw. aus Drittstaaten ist es dagegen umgekehrt.
Beschäftigungsintegration von Russen "besonders schwierig"
Als
"besonders schwierig" erweise sich die Beschäftigungsintegration von
Zuwanderern aus Russland/Tschetschenien, heißt es in dem Bericht. Nach
sechs Jahren lag sie noch unter 30 Prozent. Insgesamt gelang es etwa der
Hälfte der 2015 nach Österreich Geflüchteten, im Jahr nach Ende der
Grundversorgung in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Im Jahrgang 2016 war
es mehr als ein Viertel und bei jenem aus 2019 ein Fünftel. Am
häufigsten gelang Geflüchteten aus Syrien eine aktive
Arbeitsmarktbeteiligung (drei Viertel des Zuwanderungsjahrganges 2015).
Geflüchteten der Fluchtbewegung 2015 blieben eher in Österreich
Jene
Geflüchteten, die während der Fluchtbewegung 2015 nach Österreich
kamen, blieben außerdem eher im Land als jene, die in den Jahren darauf
Asyl beantragten. So waren 2021 knapp zwei Drittel der Geflüchteten aus
2015 noch in Österreich gemeldet. Im Fall der Zugewanderten der Jahre
2016 und 2019 waren es sechs Jahre später weniger als die Hälfte.
Zugewanderte aus Drittstaaten (ohne Fluchthintergrund) waren sechs Jahre
nach 2015 noch zu 59 Prozent in Österreich gemeldet und von den
Zugewanderten aus EU-Staaten war 2021 bereits über die Hälfte nicht mehr
im Land.