Der österreichische Künstler und Szenegastronom Michael Würthle ist tot.
Der gebürtige Österreicher gründete Ende der 1970er-Jahre die legendäre "Paris Bar" im damaligen West-Berlin und machte daraus bald einen Treffpunkt von Schauspielern, Schriftstellern und Künstlern internationalen Formats. Würthle starb in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie die "Presse" online berichtete.
Würthle studierte Kunst in Wien. Schnell zog es ihn nach Paris, bald darauf nach Berlin, wo er mit dem ebenfalls ausgewanderten Oswald Wiener zunächst das "Exil" eröffnete, bevor er 1979 schließlich die "Paris Bar" übernahm. "Die Absicht war, ein Lokal zu schaffen, das - zumindest in der europäischen Welt, die ich kenne - eine Rolle spielt", sagte er einmal in einem Interview. Das war ihm gelungen: David Bowie, Billy Wilder und Gina Lollobrigida saßen ebenso an seinen Tischen wie Martin Kippenberger, Damien Hirst oder Otto Sander.
Vor zwei Jahren wurde
Würthles Lebenswerk in einem üppigen Bildband gewürdigt. "Paris Bar
Press Confidental", erschienen im Steidl-Verlag, versammelt nicht nur
zahlreiche Abbildungen des Szenelokals, sondern auch Faksimiles von
Zeichnungen, Collagen und und kurzen Texten, die der auch künstlerisch
tätige Gastronom u.a. in der coronabedingten Lockdownzeit anfertigte.