In Österreich ist die Sterblichkeit im Jahr 2022 erneut auf dem hohen Niveau der Vorjahre gelegen.
Im Unterschied dazu gab es jedoch weniger Verstorbene im Zusammenhang mit als noch 2020 und 2021. Die häufigste Todesursache im vergangenen Jahr waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, gefolgt von Covid-19. Das berichtete die Statistik Austria am Mittwoch in einer Aussendung zur jährlichen Sterblichkeits-Statistik.
2022 gab es weniger Tote durch das Coronavirus als in den Vorjahren
"Im Jahr 2022 starben in Österreich erneut mehr Menschen als im Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie (2015 bis 2019), obwohl die Todesfälle aufgrund von Corona im Vergleich zu 2020 und 2021 leicht zurückgingen", sagte Generaldirektor Tobias Thomas. Dennoch starben laut Statistik Austria im vergangenen Jahr knapp sieben Prozent (6.316 Menschen) an einer Corona-Infektion.
Im Jahr 2020 starben insgesamt 91.599 Personen
2020 starben insgesamt 91.599
Personen, 2021 waren es 91.962. Damit lag die Sterblichkeit im
vergangenen Jahr (92.107 Todesfälle) auch weiter auf dem hohen Niveau
der Vorjahre, hieß es von den Statistikern. 6,9 Prozent davon verstarben
2022 nach oder im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Im Vergleich
zu 2020 und 2021 sei die Sterblichkeit an Covid damit etwas
zurückgegangen, wurde mitgeteilt.
Es starben mehr Männer als Frauen an dem Coronavirus
Unverändert blieb hingegen das
Geschlechterverhältnis: Auch weiter starben Männer (3.228) etwas
häufiger als Frauen (3.088) an Covid-19. Das durchschnittliche Alter der
Corona-Toten betrug dabei für Männer 81,2 Jahre und für Frauen 85,5
Jahre. "Es lag damit für beide Geschlechter zwar über dem
Durchschnittsalter aller Verstorbenen, jedoch unter dem
durchschnittlichen Sterbealter bei Lungenentzündungen, chronischen
Herzkrankheiten oder Krankheiten der Nieren und des Urogenitalsystems
sowie Alzheimer und Demenz", hieß es in der Aussendung.
Corona-Sterbewellen verliefen 2022 deutlich schwächer als in Vorjahren
Die
Auswertung der Statistikerinnen und Statistiker zeigte zudem, dass die
Corona-Sterbewellen deutlich schwächer verliefen als in den Vorjahren.
Nach Kalenderwochen betrachtet, ergab sich im Jahr 2020 die stärkste
Corona-induzierte Sterbewelle im Spätherbst mit den höchsten Werten in
der 48. und 49. Kalenderwoche (23. November bis 6. Dezember). Im Jahr
2021 wurde die höchste Sterblichkeit laut Statistik in den
Kalenderwochen 47 und 48 (22. November bis 5. Dezember) verzeichnet.
"Die Sterblichkeit lag zu dieser Zeit allerdings deutlich unter dem
Niveau der Herbstwelle 2020", so die Statistik Austria.
Welle 2021 ging in Anstieg der Corona-Tote im Frühjahr 2022 über
Die Welle
2021 ging nahezu nahtlos in einen neuerlichen Anstieg der
Covid-19-Sterbefälle im Frühjahr 2022 über. Sie befand sich in den
Kalenderwochen 12 und 13 (21. März bis 3. April) auf ihrem Höhepunkt und
reichte im Ausmaß fast an die Herbstwelle des Jahres 2021 heran. "Über
die drei Pandemiejahre hinweg zeigt sich ein klarer Zusammenhang
zwischen hohen Infektionszahlen und einem Anstieg der
Covid-19-Sterbefälle", wurde bilanziert. Die weiteren Anstiege der
saisonalen Covid-Sterblichkeit im Herbst des Jahres 2022 erreichten
dagegen nicht mehr die Stärke der Vorjahreswellen.
Häufigste Todesursachen waren 2022 Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs
Die beiden
häufigsten Todesursachen waren auch 2022 Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sowie Krebs. Zusammen verursachten sie einen Anteil von sechs von zehn
Sterbefällen. In beiden Ursachengruppen sei die Sterblichkeit im
Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie (Durchschnitt der Jahre 2015
bis 2019) leicht gesunken, hieß es.
Sterblichkeit 2022 aufgrund von Demenz und Parkinson erhöht
Im Gegensatz dazu war die
Sterblichkeit 2022 (wie schon auch 2020 und 2021) aufgrund von Demenz
(plus 31 Prozent) und Morbus Parkinson (plus zehn Prozent) deutlich
erhöht. "Damit setzte sich eine Entwicklung, die bereits vor der
Pandemie sichtbar war, fort." Auch seien die Zahlen bei nicht
eindeutigen Unfällen angestiegen (plus 26 Prozent bzw. rund 300
Sterbefälle mehr im Vergleich zur Vorpandemieperiode). Hier handelt es
sich laut Statistik Austria um Unfälle, bei denen der konkrete Hergang
unklar ist. Am häufigsten gingen solche Unfälle mit Verletzungen wie
Schenkelhalsbrüchen oder Schädelverletzungen einher. Sie betrafen nahezu
ausschließlich Personen von 80 Jahren und mehr.
Zugenommen haben unbestimmte Todesfälle
Ebenfalls
zugenommen haben unbestimmte Todesfälle (ICD-Codes: Y10-Y34), bei denen
eine Unterscheidung zwischen Unfall, Mord oder Suizid nicht getroffen
werden kann (+48 Prozent höhere Sterblichkeit bzw. knapp 200 Sterbefälle
mehr im Vergleich zur Vorpandemieperiode). Solche Ereignisse trafen
überwiegend Personen in einem Alter von unter 50 Jahren. In dieser
Gruppe waren Sterbefälle mit Medikamenten- oder Vergiftungen durch
Drogen, die an der Wohnadresse aufgetreten sind, am häufigsten.
Durch Lungenentzündungen verursachte Sterblichkeit sank
Die
durch Lungenentzündungen verursachte Sterblichkeit sank dagegen 2022 um
33 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019.
Gleiches galt für chronische Herzkrankheiten (minus zwölf Prozent),
Schlaganfälle (minus 13 Prozent) und Herzinfarkte (minus 14 Prozent)
sowie für die Sterblichkeit aufgrund von Transportmittelunfällen (minus
20 Prozent). Bei all diesen Todesursachen war laut Statistik bereits
auch 2020 und 2021 jeweils ein Rückgang im Vergleich zur
Vorpandemieperiode zu beobachten.
Neben Corona-Toten weitere 1.739 Personen 2022 mit Covid als Begleiterkrankung
Neben den an Covid-19
Verstorbenen wies die Todesursachenstatistik im Jahr 2022 weitere 1.739
Personen (1,9 Prozent aller Sterbefälle im Jahr 2022) mit Covid-19 als
Begleiterkrankung aus. In diesen Fällen sei Covid-19 als eine den
Todesprozess beschleunigende Erkrankung eingestuft. Als
Begleiterkrankung trat Covid überwiegend bei einer Krebserkrankung (wie
zum Beispiel Lungenkrebs) und bei chronischen Herzkrankheiten (wie zum
Beispiel Schlaganfällen oder rezidivierendem Herzinfarkt) auf.