In Zusammenhang mit dem Bau der Traisental Schnellstraße (S34) wird die Initiative "Pro S34" eine Sachverhaltsdarstellung gegen Umweltministerin Gewessler bei der Staatsanwaltschaft Wien einbringen. Im Jahr 2021 führte eine Sachverhaltsdarstellung nicht zu Ermittlungen.
Die Initiative "Pro S34" ortet am Freitag bei einem Pressetermin der Verdacht des Amtsmissbrauchs gegen Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Tenor ist, dass die seit 2010 gesetzlich verankerte Verbindung nach dem Bundesstraßengesetz umgesetzt werden müsse.
Die Nicht-Umsetzung des Projekts durch Gewessler stellt für den Juristen "zivilen Ungehorsam auf höherer Ebene" dar. Man befinde sich "im Bereich des Amtsmissbrauchs", konstatierte Birklbauer, Strafrechtsprofessor an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Gesetzlich gebe es für die Umweltministerin auch "keine Möglichkeit, über eine Redimensionierung zu entscheiden". Einziger gangbarer Weg sei eine Änderung des Bundesstraßengesetzes im Parlament, die Gewessler beantragen könne.
Bereits 2021 wurde eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht, die jedoch nicht in Ermittlungen mündete. Mittlerweile gebe es rechtskräftige, positive UVP-Bescheide sowie einen rechtskräftigen und positiven naturschutzrechtlichen Bescheid, die Umsetzung des Straßenbauprojekts sei daher voranzutreiben.
"Recht muss Recht bleiben", betonte der ehemalige SPÖ-Nationalratsabgeordnete Anton Heinzl. Ihn beschäftige das Projekt "seit circa 1998". Er forderte - wie auch St. Pöltens Vizebürgermeister Harald Ludwig (SPÖ) - bei der Pressekonferenz die Umsetzung. Gewessler mache "Verkehrspolitik bei Sonnenschein". Dieser Ansatz stehe den Lebensrealitäten - auch in Sachen öffentlicher Verkehr in der Region St. Pölten - teils diametral gegenüber, betonte Heinzl sinngemäß.
In ein ähnliches Horn stieß Mario Burger, ÖVP-Stadtrat und Wirtschaftskammerobmann in St. Pölten. Für ihn gehört die S34 "sicher zu den bestgeprüften Straßenabschnitten der Welt". Eine Umsetzung sei man nicht zuletzt den Unternehmen in der Landeshauptstadt schuldig.