Laut Finanzminister Magnus Brunner und Wirtschaftsminister Martin Kocher werde sich die Inflation heuer wieder beruhigen.
Am Donnerstag sind Magnus Brunner und Martin Kocher (beide ÖVP) ausgerückt, um Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Teuerung zu verteidigen und rund um die hohe Inflation zu beruhigen. Schließlich lag diese in Österreich in den vergangenen Monaten höher als in der gesamten Eurozone. Die Kaufkraft sei gestützt und der Preisauftrieb insgesamt abgefedert worden.
Inflation stamme aus der Lieferkettenproblematik
Die Inflation stamme ursprünglich aus der Lieferkettenproblematik, dann kam der "Energiepreisschock". Aktuell spielten die weiter hohen Energiepreise eine Rolle, starke Lohnabschlüsse, die einerseits abfederten aber auch Zweitrundeneffekte bergen würden, und dass Österreich mit einem höheren Wachstum aus der Krise gekommen sei. Das Wachstum ist derzeit allerdings nicht vorhanden, berichtete das Wifo erst heute. Das werde sich dämpfend auf die Inflation auswirken, sagte Brunner bei einem digitalen Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten. Viel hänge von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ab.
Dass die Inflation
hierzulande über dem Eurozonen-Durchschnitt liege, sei eine
"Momentaufnahme", versuchten Kocher und Brunner zu beruhigen. Man solle
"einzelne Monate nicht überbewerten". Heuer werde die Inflation
laut Schätzungen in Österreich auf 6,6 Prozent zurückgehen und damit
nur mehr gering über dem Euro-Durchschnitt von 6,4 Prozent liegen,
verwies der Wirtschaftsminister auf eine Prognose der EU.
Inflation werde laut Brunner und Kocher heuer wieder zurückgehen
Österreichs
Teuerungswert sei im Vorjahr auch unter dem Durchschnitt gelegen. Zudem
spiele die Berechnung eine Rolle, in Österreich würden Preiserhöhungen
in der Gastronomie und Hotellerie besonders stark einfließen wegen des
hohen Tourismus-Anteils am Bruttoinlandsprodukt dank vieler
ausländischer Gäste. Viele in Österreich hätten auch längerfristige
Energietarife, wo die Preiserhöhungen später durchschlagen würden als in
anderen Staaten. Die Preissteigerungen seien in der Alpenrepublik
später spürbar geworden und seien daher länger messbar als anderswo.
Zudem
seien etwa in Spanien und Frankreich, die geringere Inflationsraten
verzeichnen, die Löhne zurückgegangen - in Spanien um 6 und in
Frankreich um 2 Prozent, sagte der Politiker. In Österreich hingegen
seien die verfügbaren Einkommen gestiegen, hieß es mit Verweis auf eine
Untersuchung der wirtschaftsliberalen Agenda Austria."Ziel war es, die
Einkommen zu sichern und die Basis für ein starkes Wachstum und eine
hohe Beschäftigung zu legen", sagte Brunner. In Österreich gebe es keine
solche "versteckte Inflation", so Kocher.
Brunner: "Jeder spürt die Entlastungen"
"Jeder
spürt die Entlastungen, die auf den Weg gebracht worden sind", meinte
Brunner. "Der Staat kann nicht jede Krise der Welt kompensieren. Aber es
ist gelungen, die Preise insgesamt
abzufedern." Freilich müsse man "eingestehen, dass es in der aktuellen
Situation gar kein Wunderland gibt, das die Einkommen stabilisiert, ein
starkes Wachstum hat, gleichzeitig eine niedrige Inflation und ein nachhaltiges Budget", so der Finanzminister weiter. "Diese Dinge gehen nicht ganz zusammen."
Den
Vorwurf der "Gießkanne" wollten Brunner und Kocher nicht gelten lassen,
auch wenn man treffsicherer sein könnte. Man habe schnell helfen müssen
und sei dabei "möglichst treffsicher" vorgegangen. Für mehr
Punktgenauigkeit fehlten die Daten, Datenschutz spiele auch eine Rolle.
Im Staatssekretariat für Digitalisierung werde man sich hier um
Fortschritte bemühen, die noch im ersten Halbjahr präsentiert werden
sollen, kündigte Brunner an.
Direkte Hilfen wie der Energiekostenzuschuss hätten bisher nur sehr gering zur Inflation beigetragen, zeigten erste Untersuchungen, Studien würden aber noch erarbeitet, so Kocher. Womöglich gebe es hier aber Zweit- und Drittrundeneffekte. Die Menschen und Betriebe, die besonders unter der momentanen Kostensteigerung litten, müssten weiter unterstützt werden.