Wörtlich heißt es im Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition einmal "Nein zu Mercosur", aber einmal auch "Ablehnung des Mercosur-Handelsabkommens in der derzeitigen Form".

Wörtlich heißt es im Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition einmal "Nein zu Mercosur", aber einmal auch "Ablehnung des Mercosur-Handelsabkommens in der derzeitigen Form".
Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler hatte gestern betont, Österreich ist gegen das Abkommen und verwies dabei auf die Ablehnung im Regierungsprogramm. Auch einen Nationalratsbeschluss aus 2019 gibt es gegen das Abkommen wie es vorerst ausschaut.
ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Kocher hingegen zeigte sich offen für eine Neubewertung, sollten laufende Gespräche und womögliche weitere Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und den Mercosur-Staaten Neuigkeiten und genügend Klima- und Urwaldschutz bringen. In der Volkspartei gibt es Befürworter und Gegner. Vehementer Gegner ist etwa Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig vom Bauernbund der ÖVP.
"Es ist nicht erklärbar, günstigen Rohrzucker und Rindfleisch von Großbetrieben aus Übersee mit schlechterer Klimabilanz zu importieren und so unsere bäuerlichen Familienbetriebe unter Druck zu bringen", hieß es von Totschnig am Donnerstag gegenüber APA. "Auch fehlen klare Antworten der Kommission hinsichtlich Import-Kontrollen, finanzielle Wettbewerbshilfen und Schutzmechanismen bei stark steigenden Importen und Marktverwerfungen. Von Umweltsünden wie der Rodung des Amazonas-Regenwaldes noch gar nicht zu sprechen." Klima-, Tierwohl- und Sozialstandards spielten in Südamerika nur eine untergeordnete Rolle, während diese in Europa laufend nach oben geschraubt würden.
2019 hatten außer den NEOS alle Parteien im EU-Unterausschuss gegen das Abkommen votiert. Offizielle Neuerungen darin gibt es bisher nicht. Doch EU-Kommission und Mercosur-Staaten sprechen wieder und die EU-Kommission will einen raschen Abschluss.
Hier Standpunkte im Regierungsprogramm - das wurde noch federführend vom früheren ÖVP-Chef und -Bundeskanzler Sebastian Kurz seitens der Volkspartei mit den grünen verhandelt - zum Stichwort Freihandel und wirtschaftliche Abkommen im Wortlaut:
(APA/Red)
