Am Mittwoch gehen Frauen in aller Welt zum Internationalen Frauentag auf die Straße, um gegen Unterdrückung und Ungleichbehandlung zu protestieren. Auch in Wien gibt es Demonstrationen.
Erste Demonstrationen fanden in der Früh in Thailand und Indonesien statt. Selbst in der afghanischen Hauptstadt Kabul versammelten sich rund 20 Frauen, um für ihre Rechte zu demonstrieren. In Wien findet unter anderem am späten Nachmittag eine Demonstration für Frauenrechte im Iran, in Afghanistan und in Uganda statt.
Demos zum Internationalen Frauentag 2022 auch in Wien
Protestmärsche und Aktionen sind auch in zahlreichen europäischen Ländern geplant, darunter in Spanien sowie allein in 150 Städten und Gemeinden in Frankreich. In London will Madame Tussauds eine neue Wachsfigur der britischen Frauenrechtlerin und Suffragette Emmeline Pankhurst enthüllen, die vor 120 Jahren ihren Kampf für das Frauenwahlrecht startete.
Verteilaktion der Grünen zum Frauentag
Kundgebungen zur Verteidigung des Rechts auf Abtreibung in den USA
In
den USA sind vor allem Kundgebungen zur Verteidigung des Rechts auf
Abtreibungen vorgesehen. In anderen Staaten Nord- und Südamerikas
richten sich die Demonstrationen gegen die grassierende Gewalt gegen
Frauen und die zunehmende Zahl von Femiziden. Aktivistinnen in Kuba
riefen zu einer "virtuellen Kundgebung" in den Online-Netzwerken auf, um
auf das Phänomen der Frauenmorde aufmerksam zu machen.
Vereinte Nationen befassen sich mit Frauenrechtsverletzungen
Die
Vereinten Nationen befassen sich mit Frauenrechtsverletzungen in
Afghanistan, dem Iran und vielen anderen Ländern in einer zweiwöchigen
Sitzung der UNO-Frauenrechtskommission. Zum Auftakt hatte
UNO-Generalsekretär António Guterres am Montag beklagt, eine echte
Gleichstellung von Frauen und Männern sei "noch 300 Jahre entfernt".
Sorge bereitet die Lage der Frauen in Afghanistan
Sorge
bereitet insbesondere die Lage in Afghanistan, wo die
radikalislamischen Taliban Frauen und Mädchen weitgehend aus dem
öffentlichen Leben verbannen. Die EU verhängte am Dienstag erstmals
gezielt Sanktionen wegen Gewalt gegen Frauen, die sich unter anderem
gegen die Taliban richten.
"Wir fühlen uns von westlichen Staaten verraten"
Mehrere Dutzend Exil-Afghaninnen
fordern von Deutschland eine erleichterte Aufnahme ihrer Landsleute, um
diese vor dem Taliban-Regime zu retten. "Wir fühlen uns von westlichen
Staaten verraten", heißt es in einer von mehr als 80 Frauen
unterzeichneten "Berliner Erklärung", die am Mittwoch verbreitet wurde.
Die Zusagen der deutschen Regierung, die Einreisemöglichkeiten
auszubauen und zu beschleunigen, seien bisher nur unzureichend umgesetzt
worden. Die westlichen Streitkräfte waren im Sommer 2021 aus
Afghanistan abgezogen. Kurz darauf übernahmen die Taliban die Macht am
Hindukusch.