Experten erinnern zum Welt-HPV-Tag am 4. März daran, dass eine HPV-Impfung, die seit Februar bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenlos abgegeben wird, Schutz vor Krebs bietet.
Etwa 80 Prozent aller Frauen und Männer infizieren sich im Lauf ihres Lebens mit Humanen Papillomaviren (HPV). Eine Infektion kann Gebärmutterhalskrebs, aber auch andere Krebsarten wie Anal- und Peniskrebs oder Mund-Rachen-Krebs auslösen. Darüber hinaus verursachen bestimmte HPV-Typen auch Genitalwarzen.
HPV-Impfung schützt vor Krebs
"Die Corona-Pandemie hat sich
leider auch negativ auf das Impfverhalten bei der HPV-Impfung
ausgewirkt", sagte Veronika Seebacher-Shariat, Fachärztin an der
Klinischen Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und Gynäkologische
Onkologie der MedUni Wien. "Es gilt jetzt alles daran zu setzen, die
versäumten Impfungen vor allem bei jungen Menschen wieder aufzuholen."
"Die
Ausweitung des Gratisimpfangebots bis zum 21. Lebensjahr ist ein ganz
wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Der wichtigste Schritt
ist aber, dass nun der Zugang zur Impfung für alle betroffenen Personen
möglichst einfach und unbürokratisch möglich sein wird. Dafür ist eine
breite Informationskampagne und ein Schulterschluss aller beteiligten
Bereiche des Gesundheitssystems notwendig", forderte Christoph Grimm,
Präsident der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO
Austria).
Welt-HPV-Tag am 4. März: Auswirkungen von HPV
"Als Arzt sehe ich täglich die Auswirkungen von
HPV-bedingten Erkrankungen auf meine Patientinnen. Die beste Vorbeugung
gegen diese Infektion ist Bewusstsein dafür. Wenn wir uns bewusst sind,
wie HPV übertragen wird und welche Konsequenzen eine Infektion haben
kann, können wir Schritte unternehmen, um uns zu schützen", so Lukas
Hefler, Leiter der Gynäkologie bei den Spitalspartnern Barmherzige
Brüder und Ordensklinikum Linz.
Um die Aufklärung über HPV weiter
anzukurbeln und die wissenschaftliche Forschung zu fördern, wird der im
Vorjahr vom Pharmaunternehmen MSD ins Leben gerufene Förderpreis heuer
erneut ausgeschrieben, hieß es in der Aussendung von MSD Österreich.
Einreichungen von Bildungsinitiativen zu HPV, Praxisprojekten,
Awareness-Aktivitäten und journalistischen Arbeiten sind bis 30. Juni
unter www.gemeinsam-gegen-HPV.at möglich.
HPV-Impfung kann vorerst unbemerkt verlaufen
Die Impfungen können beim Hausarzt, Gynäkologen, den Impfstellen der Bundesländer, im Rahmen des Wehrdienstes sowie bei Schulimpfaktionen in Anspruch genommen werden, informierte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) in einer eigenen Aussendung. Eine Infektion kann vorerst unbemerkt verlaufen und erst viele Jahre später zu einer Erkrankung führen. "Deswegen ist es wichtig, sich im jungen Alter impfen zu lassen", betonte der Minister.