Hannes Gulnbrein, Leiter des Einsatzkommandos (EKO) Cobra, ist diese Woche von Innenminister Gerhard Karner in die Pension verabschiedet worden.
Der Spitzenbeamte tritt Ende des Monats seinen Ruhestand an, teilte das Ministerium am Sonntag in einer Aussendung mit. Wer an der Spitze der Spezialeinheit nachfolgen wird, ist noch offen, hieß es auf APA-Nachfrage. Gulnbrein hatte bei mehreren Großeinsätzen - bis hin zum Terroranschlag in Wien 2020 - führende Rollen inne.
Der 1958 geborene Gulnbrein trat 1983 in die Bundespolizeidirektion Wien ein, bevor er nach beruflichen Zwischenstationen im Jahr 2005 Kommandant des Einsatzkommandos Cobra Wien wurde. Dank seiner fachlichen Expertise und internationalen Kontakte war er an zahlreichen Auslandseinsätzen beteiligt, wurde in der Aussendung erinnert.
Unter anderem trat er in einem Entführungsfall von zwei österreichischen Staatsbürgern, die 2008 von der algerischen Al-Kaida nach Mali verschleppt worden waren, als Berater des Verhandlungsführers des Außenamtes in Erscheinung und wirkte maßgeblich an der Freilassung der Geiseln mit. Beim Terroranschlag 2020 in Wien spielte Gulnbrein als Mitglied des Einsatzstabs der Landespolizeidirektion Wien eine zentrale Rolle und leistete Koordinierungsarbeit. Er erhielt mehrfache Auszeichnungen für seine Verdienste.
Gulnbrein
wurde am vergangenen Dienstag noch vom Generalmajor zum General
befördert. "Ich danke ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für die
Sicherheit der österreichischen Bevölkerung und wünsche ihm für seinen
weiteren Lebensweg das Allerbeste", sagte Karner zu diesem Anlass.
"Hannes Gulnbrein hat in seiner gesamten Karriere in der Polizei immer
das polizeiliche Ganze im Blick gehabt. Einige Reformen und
Weiterentwicklungen im taktischen Einschreiten tragen seine
Handschrift", ergänzte Bernhard Treibenreif, Direktor der Direktion für
Spezialeinheiten (DSE), die dem EKO Cobra übergeordnet ist.