Auf den Tag genau tobt seit einem Jahr der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Österreichs Nationalrat tagt am Freitag deshalb in einer Sondersitzung. Vienna.at zeigt die Sitzung im Live-Stream ab 11.30 Uhr.
Der Nationalrat ist Freitag früh zu einer Sondersitzung anlässlich des ersten Jahrestags der russischen Aggression in der Ukraine zusammengetreten. Beantragt hatten das außertourliche Plenum die NEOS, die in einer "Dringlichen Anfrage" der Regierung vorwerfen, Österreich nicht aus der Abhängigkeit von russischem Gas geführt zu haben. Zudem wird kaum verhohlen ein Ende der Neutralität empfohlen.
Eingebracht wurde die Anfrage kurz nach 8.30 Uhr, debattiert wird sie nach drei Stunden Pause ab 11.30 Uhr. Vienna.at zeigt die Sitzung im Live-Stream ab 11.30 Uhr.
Nationalrat-Sitzung zu einem Jahr Krieg in der Ukraine im Live-Stream
In der Begründung der "Dringlichen" schreiben Klubobfrau Beate Meinl-Reisinger und Kollegen, dass die österreichische Bundesregierung wenig Führung in der Frage gezeigt habe, wie Freiheit und Sicherheit der Menschen in Österreich zukünftig gewährleistet werden sollten. Dies zeige sich etwa darin, dass man bei der Erstellung einer neuen Sicherheitsdoktrin säumig sei und das Land weiter abhängig von russischem Gas und damit von Präsident Wladimir Putin erpressbar sei.
70 Prozent der Gasimporte kämen immer noch aus Russland
In letzterem Punkt verweist man darauf, dass noch immer 70 Prozent
der Gasimporte aus Russland kämen. Man sei damit unter den am stärksten
abhängigen Staaten Europas. Österreich zahle monatlich über eine
Milliarde Euro "in Russlands Kriegskasse und finanziert damit trotz
angeblicher Solidarität mit der Ukraine Putins Panzer, Granaten und
Soldaten".
NEOS empfehlen schnellen Ausbau erneuerbarer Energie
Als Gegenrezept empfehlen die NEOS einen schnellen und
unbürokratischen Ausbau erneuerbarer Energien, um den Gasbedarf zu
senken. Der Gasbezug an sich müsse diversifiziert werden. In der
"Dringlichen" wird etwa gefragt, auf welchen Zielwert man die
Abhängigkeit von Russland senken will. Zudem will man wissen, wann
Erneuerbaren Wärmegesetz, Erneuerbaren Gasgesetz und
Energieeffizienzgesetz zu erwarten seien.
NEOS sehen in klassischer Sicherheitspolitik Versäumnisse
Aber auch in der
klassischen Sicherheitspolitik sehen die NEOS Versäumnisse. Die
österreichische Sicherheitsstrategie stamme noch aus der Zeit vor dem
Angriff Russlands auf Donbass und Krim. Darin werde Russland als
verlässlicher Partner bezeichnet. Das Herumlavieren sei nach einem Jahr
Krieg, mit hunderttausenden Toten und zahllosen Kriegsverbrechen, sowie
ständig neuer Drohungen Putins gegen die freie Welt untragbar.
Von der Regierung Österreichs wird Mut gefordert
Von
der Regierung verlangt man, den Mut aufzubringen, der Bevölkerung zu
erklären, dass Sicherheit nur in einer gemeinsamen Verteidigung "mit
unseren Wertepartnern" erfolgreich verteidigt werden kann. Angeprangert
wird eine "längst überholte Neutralitätsinterpretation". Die Regierung
fragt man dann auch, welche Vorteile die Neutralität eigentlich für die
nationale Sicherheit bringe.
NEOS thematisierten Österreich als Hotspot russischer Spionage
Schließlich nehmen sich die NEOS noch
Österreich als Hotspot russischer Spionage vor. Nehammer soll klar
stellen, ob es Bestrebungen gibt, Spionage auf österreichischem Boden
gegen Drittstaaten zu kriminalisieren.