Am Dienstag wurde inmitten der Turbulenzen in der Wiener Ärztekammer eine Vorstandssitzung abgehalten. Präsident Johannes Steinhart bleibt auch danach weiterhin im Sattel.
Konsequenzen in Form von Anträgen oder Beschlüssen gegen den intern schwer unter Beschuss geratenen Präsidenten Johannes Steinhart oder auch seine Kritiker gab es dabei nicht, wurde auf APA-Anfrage versichert. Steinhart ließ über einen Sprecher wissen, die Sitzung sei "arbeitsreich und ruhig" verlaufen.
Bereits tags zuvor hatte Steinhart bei einem Treffen seiner eigenen Fraktion, der ÖVP-nahen Vereinigung österreichischer Ärzte, die Wogen zu glätten versucht. Man solle die vier Institutionen, die derzeit die Angelegenheit untersuchen - die Staatsanwaltschaft, den Rechnungshof, die Magistratsabteilung 40 und die kammer-interne Untersuchungskommission - in Ruhe und ungestört arbeiten lassen.
Anlass
für die Aufregung sind mutmaßliche Missstände in der "Equip4Ordi",
einer ausgelagerten Tochtergesellschaft der Kurie niedergelassene Ärzte
der Wiener Ärztekammer, wo Steinhart - inzwischen Präsident der Wiener
sowie der Bundes-Ärztekammer - früher als Kurienobmann fungiert hatte.
Es geht es um den Vorwurf der Untreue bzw. der Begünstigung gegen die
beiden Ex-Geschäftsführer der Einkaufsplattform und einen Mitarbeiter
der Wiener Kammer.
Die drei Beschuldigten sollen ausgesagt haben, sie hätten auf Weisung
bzw. Genehmigung von Steinhart gehandelt. Dieser wies alle Vorwürfe
zurück.
Steinhart ging zuletzt aber noch weiter und attackierte
Kollegen aus seiner eigenen Kammer-Fraktion, der ÖVP-nahen Vereinigung
österreichischer Ärzte. In einem Brief ortete er Diffamierungsversuche
und eine gezielte Intrige zur Übernahme der Kammerführung. Schützenhilfe
erhielt er vom Generalsekretär der Vereinigung, dem früheren
ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger. Zuvor war Steinharts Nachfolger
bei den niedergelassenen Ärzten, Erik Randall Huber, in einer
Kuriensitzung ein Schweigegebot auferlegt worden, er darf in der Causa
nicht mehr nach außen kommunizieren. Huber hatte die Vorwürfe öffentlich
gemacht. Er stammt ebenfalls aus der Vereinigung österreichischer
Ärzte.