Zuletzt wurden die Bezüge der Staatssekretäre zum Thema. Die Opposition fordert nun eine Gesetzesänderung.
Die Opposition glaubt, dass die amtierenden Postenträger zu Beginn ihrer Tätigkeit ein zu hohes Saläre bezogen haben, weil ihnen zunächst keine Aufgabengebiete zugewiesen werden konnten und bis dahin ein niedrigeres Einkommen gegolten hätte. Nunmehr schickt der Bundesrat mit den Unterschriften der Opposition eine Gesetzesänderung an den Nationalrat, um eine klarere Regelung zu finden.
Staatssekretäre werden mit inhaltlichen Aufgaben betraut
Zur Ausgangslage: Werden die Staatssekretäre von ihren Ministern mit inhaltlichen Aufgaben betraut, was die Regel ist, bekommen sie monatlich rund 17.000 Euro. Sind sie nur Vertretungen, sind etwa 1.900 Euro weniger im Monat vorgesehen.
Doch die aktuell amtierenden
Staatssekretäre erhielten den höheren Bezug von Anfang an, wie das
Kanzleramt auf eine Anfrage der Bundesräte von SPÖ und NEOS kundtat.
Begründet wurde das mit "langjähriger Staatspraxis". Mittlerweile prüfen
Kanzleramt und Beamtenministerium.
Opposition fordert Gesetzesänderung bei Staatssekretäre-Gehalt
Die Bundesräte von SPÖ, FPÖ
und NEOS haben nun eine eigene Initiative gestartet und mittels
Drittelantrag eine Gesetzesinitiative in Richtung Nationalrat geschickt,
die dieser demnächst im Verfassungsausschuss behandeln muss.
Stoßrichtung ist die Einführung einer Pflichtveröffentlichung, ab wann
der Minister seinen Staatssekretär mit der Besorgung "bestimmter
Aufgaben" betraut. Damit wäre klar, ab wann der höhere Bezug zusteht.
Sollte
die Regel bisher falsch ausgelegt worden seien, wäre das vor allem für
Florian Tursky und Susanne Kraus-Winkler (ÖVP) unangenehm. Sie musste
besonders lange warten, ehe ihnen formal Aufgaben zugeteilt wurden, da
ihre Gebiete davor erst von anderen Ministerien ins Finanz- bzw.
Wirtschaftsministerium übertragen werden mussten und ein Fehler im
parlamentarischen Verfahren das ganze dann auch noch verzögerte.
Insgesamt dauerte der Prozess zwei Monate.
SP-Mandatar Obrecht zeigte sich empört
Würde sich die Forderung der Opposition nach Rückzahlung erfüllen, müsste also jeweils fast 4.000 Euro zurückfließen.
SP-Mandatar
Sascha Obrecht zeigt sich jedenfalls empört, dass die ÖVP ihren
Staatssekretären ein rechtswidriges Körberlgeld von knapp 2.000 Euro pro
Monat gewähre: "Das entspricht fast der Höhe eines Durchschnittsgehalts
in Österreich." Die Gesetzesänderung werde der Volkspartei zwar nicht
Anstand und Moral beibringen, aber sie schaffe wenigstens Transparenz
und mache öffentlich, wann die Staatssekretäre mit ihren Aufgaben
betraut und damit bezugsberechtigt seien, erklärte NEOS-Bundesrat
Karl-Arthur Arlamovsky.