Bei ihrem Besuch in Slowenien verurteilte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) das nach ihren Worten "unangemessene" Posting der Freiheitlichen Jugend Kärnten.
"Es ist mir wichtig zu betonen, dass dieses Gedankengut keinesfalls die Position Österreichs darstellt. Wir weisen die Ausgrenzung von spezifischen Volksgruppen und damit das Schüren von Ängsten für politische Zwecke auf das Schärfste zurück", sagte Tanner am Montag vor Journalisten in Ljubljana.
Tanner verurteilte in Slowenien Posting der Freiheitlichen Jugend
Ljubljana/Wien.
Volksgruppen seien ein integraler Bestandteil Österreichs und werden es
auch bleiben, betonte die Ministerin nach einem Treffen mit ihrem
slowenischen Amtskollegen Marjan Šarec. "Österreich wird sich weiterhin
entschlossen für die Rechte und Belange der Volksgruppen einsetzen und
gegen Verhetzungen dieser Form und einen derartigen Missbrauch des
Themas für einen Wahlkampf mit entsprechenden Rechtsmitteln vorgehen",
sagte Tanner. "Österreich und Slowenien stehen Seite an Seite, und
gemeinsam bauen wir Brücken und keine Barrieren", betonte sie.
Situation in der Ukraine war auch Thema bei dem Treffen
Bei
dem Treffen haben die beiden Verteidigungsminister neben der
bilateralen Kooperation auch die Situation in der Ukraine und auf dem
Westbalkan besprochen. "Wir beurteilen die Lage in der Ukraine sehr
kritisch. Die größte Bedrohung, die von diesem Krieg ausgeht, ist die
Ausweitung des Krieges auf Europa und eine jahrelange Fortschreibung
dieser Auseinandersetzung", sagte Tanner. Beide Länder wollen die
Ukraine weiterhin unterstützen, versicherten die Minister.
Westbalkan-Länder sollen nicht aus "den Augen verloren" werden
Tanner
und Šarec waren sich einig gewesen, dass man trotz des Ukraine-Kriegs
nicht die Länder auf dem Westbalkan aus den Augen verlieren dürfe. "Die
Spannungen in diesen Ländern steigen, nicht zuletzt auch aufgrund des
Einflusses des russischen Angriffskrieges", betonte die österreichische
Ministerin. "Es ist unsere Verpflichtung, die EU-Integration des
Westbalkans voranzutreiben", sagte sie. "Nur mit einem stabilen
Westbalkan und damit mit einer starken EU können wir den Bedrohungen
unserer Zeit gemeinsam standhalten", fügte sie hinzu.
Slowenien ist Mitglied des Schutzschirm der EU-NATO-Staaten
In Gespräch
mit dem slowenischen Amtskollegen habe Tanner das österreichische
Interesse betont, an dem European Sky Shield "im Rahmen unserer
Möglichkeiten" teilzunehmen, erklärte sie. Slowenien ist bereits
Mitglied bei dem geplanten Schutzschirm der europäischen NATO-Staaten.
"Wir sind beide der Überzeugung, dass eine derartige Form der
Verteidigung in der Luft gerade in Hinblick auf die Kriegsführung
Russlands in der Ukraine essenziell für unsere Länder ist", sagte die
Ministerin. Im Bereich der Luftsicherung kooperieren Slowenien und
Österreich bereits im Form eines Radardatenaustausches. Laut Tanner wird
man nun noch einen Schritt weitergehen und Gespräche zur
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gegen nichtmilitärische Bedrohungen
aus der Luft, das sogenannte Nacheile-Abkommen, führen.