Am Donnerstag kehren die Einsatzkräfte des Bundesheeres vom Hilfseinsatz in der Türkei zurück. Neun Menschenleben konnten bei dem Einsatz gerettet werden.
Das Bundesheer beendet am Montag seinen Such- und Rettungseinsatz in der vom verheerenden Erdbeben schwer betroffenen türkischen Provinz Hatay. "Wir stehen bis Mittag noch zur Verfügung", sagte Einsatzleiter Bernhard Lindenberg. Die Rettung von Menschen werde "aufgrund der fortgeschrittenen Zeit immer unwahrscheinlicher".
Die Spezialkräfte wurden bereits am Sonntag zu keinem Einsatz mehr angefordert. Am Montag wurde zusammengepackt, der Rückflug ist für Donnerstag geplant.
"Noch halten sich Einsatzkräfte bereit, parallel dazu bauen wir unser Basiscamp ab", berichtete Oberstleutnant Pierre Kugelweis der APA. Im Laufe des Tages werden die 82 Soldatinnen und Soldaten dann nach Adana fahren und "dort mit der Rückorganisation beginnen".
43 Tonnen Spezialausrüstung inklusive fünf Fahrzeuge müssen für die Rückreise vorbereitet werden. Dafür müssen zahlreiche Zoll-Vorschriften erfüllt werden. "Es gibt hier noch viel zu tun", sagte Kugelweis. Am Donnerstag soll das Equipment mit zwei Cargo-Maschinen und die Soldatinnen und Soldaten der sogenannten Austrian Forces Disaster Relief Unit (AFDRU) mit einer Charter-Maschine zurück nach Österreich gebracht werden.
In
Adana werden die Einsatzkräfte in einem Hotel unterkommen. Geplant ist,
dass der "belastende Einsatz mit Militärpsychologen verarbeitet wird",
sagte Kugelweis. Die Stimmung unter den Soldaten "ist gut, wir sind sehr
stolz, dass wir neun Menschenleben retten konnten", berichtete der
Oberstleutnant und
erinnerte daran, dass es schon Erdbebeneinsätze gegeben habe, wo niemand
gerettet wurde. "Das gibt uns sehr viel Kraft", sagte Kugelweis, ebenso
die "Dankbarkeit der Bevölkerung, die ist riesig. Es ist sehr
berührend, wenn durch das Beben obdachlos gewordene Menschen uns umarmen
und die Hand
schütteln, das entschädigt für sehr viel Belastungen", berichtete der
Soldat. Kugelweis schilderte auch, dass im Basiscamp zwei türkische
Kinder mit Verletzungen behandelt wurden.
Das Basiscamp der internationalen Hilfskräfte liegt einige Kilometer außerhalb des Katastrophengebiets. "Wir haben hier keine Ruinen vor den Augen, das ist wichtig", sagte Kugelweis. Die Soldaten sind im Camp völlig autark, es wurde ein "möglichst komfortables Feldlager aufgebaut mit beheizbaren Großzelten". Wichtig sei auch warmes Essen - gekocht wurde nicht, allerdings konnten sich die Soldatinnen und Soldaten jederzeit mit sogenannten Compat Ration - also Packungen die mit heißem Wasser zu einer warmen Mahlzeit zubereitet werden können - verpflegen.
Die Hilfe des Bundesheeres in der Türkei wurde von der problematischen Sicherheitslage erschwert. Am
Samstag musste der Rettungseinsatz mehrerer Hilfsgruppen zeitweise
gestoppt werden. Türkische Sicherheitskräfte bewachten in weiterer Folge
die heimischen Retter, sodass diese ihren Einsatz fortsetzten konnten.