Das gewekrschaftsnahe Momentum Institut empfiehlt eine Mietpreisbremse. Wenn die Politik nicht eingreift, steigen etwa die Richtwertmieten in Altbauten per 1. April um weitere 8,6 Prozent an.
Die Richtwertmieten legen im Ausmaß der Inflation zu und waren erst im vergangenen Frühjahr um fast sechs Prozent erhöht worden. Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut empfiehlt eine Mietpreisbremse. Das würde vor allem jüngere und einkommensschwächere Menschen entlasten, keine Steuergelder kosten und die Inflation eindämmen.
Ökonom empfiehlt Mietpreisbremse um auch Inflation zu bremsen
Eine Kopplung an den Verbraucherpreisindex und damit an die Inflation hält Alexander Huber, Ökonom am Momentum Institut, in der vorliegenden Form nicht mehr für gerechtfertigt. "Wir müssen raus aus der Mietpreisspirale, in der Mieten die Inflation anheizen und dann die Inflation wiederum die Mieten ankurbelt", erklärte Huber am Montag. Das Institut spreche sich daher für "eine Mietpreisbremse für alle Mietverträge" aus.
Im vergangenen Jahr seien nicht nur die
Richtwertmieten von drastischen Erhöhungen betroffen gewesen. Vor allem
in Neubauten sei es teilweise zu drei Mieterhöhungen innerhalb eines
Jahres gekommen.
Ansteigen der Richtwertmieten bedeute Mehrkosten von 460 Euro
Die nun anstehende Anhebung der Richtwertmieten
um 8,6 Prozent bedeutet laut Momentum durchschnittliche Mehrkosten von
rund 460 Euro pro Jahr. Unter 35-Jährige wären von einer Mietpreisbremse
am meisten entlastet, zeige eine Berechnung des Instituts.
Die
Richtwertmiete legt den Betrag fest, der für einen Quadratmeter maximal
als Monatsmiete verlangt werden darf. Betroffen sind Altbauwohnungen
unter 130 Quadratmetern, die seit März 1994 neu vermietet wurden. Auch
ein Teil der Gemeindewohnungen unterliege freiwillig der Richtwertmiete.
Richtwertmiete steigt aufgrund der Kopplung an die Inflation
Die
Richtwertmiete steigt aufgrund der Kopplung an die Inflation. "Aber
nicht nur die hohe Inflation treibt die Mieten nach oben, auch der
steigende Anteil von befristeten Mietverhältnissen kurbelt die Preise
an", betonte das Momentum Institut. Befristete Mietverhältnisse seien im
Durchschnitt "deutlich teurer als unbefristete".
Durchschnittsmiete im Altbau betrage 8,70 Euro pro Quadratmeter
Im Altbau
betrage die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter bei befristeten
Mietverhältnissen 8,70 Euro. In einem unbefristeten Mietverhältnis zahle
man hingegen lediglich 6,8 Euro pro Quadratmeter. Nach Vertragsende
werde meist ein höherer Mietzins verlangt.
Laut Momentum Institut sind vor allem junge Haushalte betroffen
Betroffen sind davon
laut Momentum Institut vor allem junge Haushalte. Im Schnitt zahlten
diese am meisten Miete pro Monat. Sie lebten häufiger in befristeten
Mietverhältnissen und hätten jüngere Mietverträge. "Gleichzeitig ist bei
den unter 35-Jährigen das Durchschnittseinkommen am niedrigsten und
somit die Belastung durch Wohnkosten am größten", so Huber.
65 Prozent der jungen Haushalte wohnen zur Miete
Bei
den unter 35-Jährigen wohnen den Angaben zufolge 65 Prozent der
Haushalte zur Miete. Der Anteil sinke mit steigendem Alter, bei den über
65-Jährigen seien es nur noch 30 Prozent. Bei den Haushalten mit
Richtwertmieten seien "mehr als ein Drittel jünger als 35 Jahre".
Ökonom sieht unterschiedliche Vorteile in der Mietpreisbremse
Die
Mietpreisbremse hätte dem Ökonom zufolge einen entscheidenden Vorteil:
"Im Gegensatz zu bisherigen Anti-Teuerungsmaßnahmen belastet sie den
Staat ausgabenseitig de facto nicht."
Eine Mietpreisbremse würde
vor allem Junge entlasten. Setzte man die Richtwerterhöhung 2023 aus,
beliefe sich die jährliche Ersparnis auf rund 480 Euro. Eine
Mietpreisbremse von 2 Prozent würde die jüngsten Haushalte heuer immer
noch mit rund 370 Euro entlasten.