Die FPÖ will nach den Russland-Vorwürfen den mit der Putin-Partei "Einiges Russland" geschlossenen Vertrag nicht von sich aus offenlegen. Laut Hafenecker ist der Vertrag "ausgelaufen".
Die FPÖ weigert sich, den einst mit der Partei des russischen Präsidenten Wladimir Putin abgeschlossenen Vertrag von sich aus offen zu legen. Laut FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker liege alles, was das Abkommen mit "Einiges Russland" betrifft, bereits am Tisch und sei vielfach diskutiert worden.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch hatte die FPÖ am Donnerstag erneut dazu aufgefordert, ihre Parteifinanzen und etwaige Verträge mit der russischen Partei "Einiges Russland" offenzulegen. Recherchen des "profil" hatten vergangene Woche den Verdacht nahegelegt, die FPÖ habe für einen pro-russischen Nationalratsantrag Geld erhalten. Laut Recherchen der SPÖ hat die FPÖ seit Beginn des Ukraine-Krieges 30 russlandfreundliche Anträge eingebracht.
Hafenecker ortet in Deutschs Aufforderung lediglich ein "Ablenkungsmanöver von der eigenen Obmann-Debatte". Völlig unverständlich ist für ihn die Aufforderung des SPÖ-Politikers, dem Rechnungshof diesbezüglich Einschau zu gewähren. Stattdessen verweist der freiheitliche Generalsekretär auf den Unabhängigen Parteientransparenzsenat. "Deutsch sollte das Modell der österreichischen Parteienförderung kennen", so Hafenecker.
Als Retourkutsche nannte Hafenecker abermals zwei ehemalige SPÖ-Bundeskanzler, die sich in Russland engagiert hatten: Alfred Gusenbauer und Christian Kern. "Mir wäre es lieber, die Genossen würden jetzt einmal die Karten auf den Tisch legen", meinte der Freiheitliche, denn "Die Personen, die wirklich viel Geld aus ihren Russland-Connections herausgezogen haben, sind von Schwarz und Rot gekommen und das wohlweislich nach der sogenannten Annexion der Krim."
Zum im Dezember 2016 abgeschlossenen Vertrag seiner Partei mit "Einiges Russland" meinte Hafenecker, wie bereits FPÖ-Obmann Herbert Kickl zuvor: "Der ist einfach ausgelaufen, fertig. Das ist auch von russischer Seite bestätigt worden. Aus unserer Sicht gibt es den nicht mehr." In dem der APA vorliegenden Vertrag heißt es dazu, dass sich dieser "für die nachfolgenden 5-jährigen Zeiträume automatisch" verlängere, sofern nicht eine der beiden Seiten "mindestens 6 Monate" vor Ablauf ihn schriftlich aufkündigt.
Dennoch habe man aus der Episode gelernt und wohl mittlerweile ein "besonderes Sensorium in Zusammenhang mit solchen Absichtserklärungen" entwickelt. Zukünftig werde man solche Engagements wohl "vorsichtiger beäugen". Interessant sei aber auch, "wie sich andere Parteien in Zusammenhang mit der Ukraine benehmen".