Das Pensionsantrittsalter bei Frauen wird ab dem kommenden Jahr schrittweise angehoben. Die AK fordert Unternehmen auf, sich darauf vorzubereiten.
"Es wird unbedingt erforderlich sein, dass sich insbesondere die Arbeitgeber darauf vorbereiten, die Frauen länger zu beschäftigen, um ihnen auch eine höhere Pension zu ermöglichen bzw. den Übertritt in die Pension aus der Erwerbstätigkeit heraus", fordert Wolfgang Panhölzl von der Arbeiterkammer (AK) im Ö1-"Mittagsjournal".
Ohne vorkehrende Maßnahmen auch seitens der Arbeitsmarktpolitik, nicht nur von den Unternehmen, werde der Anteil jener Frauen, die nicht aus der Erwerbstätigkeit heraus in Pension gehen, weiter steigen, warnte er. Die Sorge sei nicht unberechtigt, den meisten Firmen sei nicht bewusst, dass das Frauenpensionsalter angehoben wird, wurde Personalexpertin Gundi Wentner von der Unternehmensberatungsfirma Deloitte im Bericht zitiert. Grundsätzlich setzten sich Betriebe viel zu wenig mit Arbeitnehmenden auseinander, die älter als 50 Jahre alt sind.
Ja sogar neun von zehn Unternehmen beschäftigen sich überhaupt nicht mit dem Umgang mit der Altersgruppe 50plus. Es sei aber sehr wohl Aufgabe der Unternehmen, für ordentliche Jobs für über 50-Jährige zu sorgen - im Sinne der Motivation und der Mitarbeitergesundheit. Es gehe um Weiterbildung, neue Möglichkeiten zur Nutzung der Erfahrung oder andere Arbeitszeitmodelle, dazu solle mit den Mitarbeitenden zusammengearbeitet werden. Es gehe um Maßnahmenpakete, die Politik sei gefordert bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.
IHS-Ökonom Helmut Hofer sieht im späteren Pensionsantritt Anreize für Unternehmen, Frauen besser auszubilden. Dabei komme es darauf an, wie lange eine Person im Betrieb bleibe. Der spätere Pensionsantritt werde sich gesamtwirtschaftlich positiv auswirken.
Schließlich ist derzeit ein Arbeitskräftemangel in aller Munde. Auch die Bundesregierung will Anreize steigern, Menschen sogar über das Pensionsalter hinaus in der Arbeit zu halten. Das fordern auch Industriellenvereinigung (IV) und Wirtschaftskammer (WKÖ). Eine Arbeitsgruppe der Regierung soll noch im ersten Quartal mögliche Maßnahmen erarbeiten.