Für die Zeit ab 2023 verlangen die Unis ein noch höheres Budget, ansonsten drohe die Qualität zu sinken.
Das hat die Chefin der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler, am Dienstag betont. Zwar gebe es schon in der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode 2022-2024 - inklusive Teuerungsausgleich sind es 12,95 Mrd. Euro - das höchste Uni-Budget aller Zeiten. "Aber es wird ein noch höheres Budget aller Zeiten werden müssen, bloß um den Status quo aufrechtzuerhalten."
Uni-Budget: 2024 wird laut Seidler eine Herausforderung
Dank zusätzlicher Mittel werde man im heurigen Jahr mit dem Budget auskommen, doch schon 2024 wird laut Seidler eine Herausforderung. Sie hoffe allerdings, dass im Bildungsministerium dass Verständnis für die Auswirkungen der Teuerung so groß ist, dass die Unis nicht noch einmal "so massiv um Mittel kämpfen müssen" wie zuletzt.
"Der wirkliche
Hammer" würden dann die drei darauffolgenden Jahre
(Leistungsvereinbarungsperiode 2025-2027). Eine Steigerung um die
durchschnittliche Inflation der vergangenen Jahre, wie in der
Vergangenheit üblich, werde bei der derzeitigen Teuerung nicht reichen,
stellte Seidler klar. Andernfalls werde man bei im Hochschulplan
vereinbarten Zielen wie einer Verbesserung der Betreuungsverhältnisse
oder der Steigerung der Abschlüsse Abstriche machen müssen.
Budget: Unis wollen Forderung nach Ostern bekanntgeben
Wie
viel die Unis konkret vom Ministerium fordern, wollen sie nach Ostern
bekanntgeben. Derzeit denke man wegen der schwer abschätzbaren Inflation
auch über ein Modell mit Wertsicherung nach. Das wäre allerdings dann
ein Problem, wenn die Inflation doch geringer ausfällt als
prognostiziert und die Unis plötzlich einsparen müssten. Bis 31. Oktober
muss mit dem Bildungsministerium das Budget der 21 öffentlichen
Universitäten für die Jahre 2025 bis 2027 jedenfalls ausverhandelt
werden. "Es wird der politische Wille sein, der entscheidet", so
Seidler.
Kürzung der Studiendauer für Lehrer: uniko zeigt sich offen
Bei der geplanten Reform der Lehrerausbildung zeigt die
uniko sich offen, die Gesamtstudiendauer von sechs auf fünf Jahre zu
kürzen. "Aber die Qualität darf nicht verloren gehen", betonte
uniko-Generalsekretärin Elisabeth Fiorioli. So müsse durch eine Änderung
des Dienstrechts sichergestellt werden, dass die Studierenden erst mit
dem Masterabschluss und nicht wie derzeit schon als Bachelor
unterrichten können. Außerdem sollen Studierende im Praxisteil nicht
mehr zum fachfremden Unterrichten herangezogen werden dürfen, um
Personallücken zu stopfen, so Fiorioli. Den aktuellen Personalmangel
werde man angesichts der Vorlaufzeit auch nicht mit der kürzeren
Ausbildung lindern, so Fiorioli, die ersten Absolventen gebe es
schließlich erst in fünf oder sechs Jahren.
Technische Uni in Linz: Seidler weiterhin skeptisch
Weiterhin skeptisch
zeigte sich Seidler bezüglich der neuen Technischen Uni in Linz. Die
Grundprobleme des Institute of Digital Sciences Austria (IDSA) - etwa
dass die Uni dem Anspruch der Internationalität genügen und gleichzeitig
den Arbeitsmarkt in Oberösterreich bedienen soll - seien nach wie vor
ungelöst. Die Einbindung von Bildungs- und Forschungsangebot sei immer
noch "mangelhaft", hier nur auf Oberösterreich zu schauen fände Seidler
"kleinkariert".
Der Zeitplan für das IDSA, mit 1. Oktober erste Studien anzubieten, ist für Seidler unrealistisch. Sie plädiert dafür, dem Gründungskonvent mehr Zeit zu geben, um ein qualitätsvolles Konzept zu erstellen. Man sollte nicht "irgendwas dahinschustern", nur um wie geplant am 1. Oktober starten zu können, so ihr Appell. Immerhin sei auch für das Bewerben des neuen Angebots bei den Studierenden deutlich mehr Zeit nötig.