Vor allem im Westen Österreichs kam es vergangene Woche zu zahlreichen Lawinenabgängen. Das sind die Hauptursachen für Lawinen.
Starke Erwärmung, ergiebige Schneefälle und Temperaturschwankungen sowie Wind sind die "Baumeister" von Lawinen. Sie sind neben der Setzung der Schneekörner durch Druck und Schwerkraft ausschlaggebend für die Entstehung einzelner Schichten einer Schneedecke.
Je unterschiedlicher die Konsistenzen zweier Lagen sind, desto leichter kann die Bindung "reißen" und dieser Vorgang eine Schneebrettlawine auslösen. Rund 90 Prozent der Lawinenunglücke im skitouristischen Bereich machen derartige Festschneelawinen aus. Besonders Gefahren bringende Schneearten sind der windbeeinflusste Packschnee, sehr wasserhaltiger Pappschnee, Schwimmschnee, der im Bodenbereich wie ein Kugellager wirkt, Eislamellen als eingeschneite Gleitschicht oder etwa Oberflächenreif, der mit Packschnee abgedeckt als höchst gefährliche Zwischenschicht gilt.
Trotz Sicherheitsmaßnahmen, Ausschilderungen
und Warnungen sterben nach wie vor die meisten Opfer durch Leichtsinn.
Auch ein nach eigener Einschätzung noch so friedlicher Hang kann sich in
Sekundenschnelle als tödliche Falle herausstellen. Ist man allein
unterwegs, sinkt die Überlebenschance auf Null. Ohne Augenzeugen des
Unglücks ist die rechtzeitige Bergung Verschütteter meist unmöglich.
Dabei wären rund 90 Prozent der Lawinenunfälle bei Skifahrern vermeidbar
- wenn die elementarsten Grundregeln befolgt würden.
Durch die
großen Zug- und Drehkräfte, die entstehen, da sich Schneemassen an der
Oberfläche schneller bewegen als darunter liegende, sterben etwa 20
Prozent aller Verschütteten bereits bis zum Stillstand der Lawine. Nach
30 Minuten leben nur noch rund 30 Prozent, wovon nach weiteren
eineinhalb Stunden der Großteil seinen Verletzungen erliegt, erstickt
oder erfriert. Mehr als zwei Stunden nach dem Abgang einer Lawine werden
laut Experten durchschnittlich nur mehr drei Prozent der Verschütteten
lebend geborgen.