Barbara Staudinger, die Direktorin des Jüdischen Museums Wien, sieht sich im Zusammenhang mit der seit November laufenden Ausstellung "100 Missverständnisse über und unter Juden" scharfer Kritik ausgesetzt.
So kritisierte etwa laut "Kurier" Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), die Schau als teilweise problematisch. Unterstützung erhielt Staudinger nun von neun Holocaust-Überlebenden, wie der "Standard" heute online berichtete.
Sie wandten sich in einem Brief an IKG-Präsident Deutsch sowie Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und den Aufsichtsrat des Museums. Zwar könne man über die Ausstellung geteilter Meinung sein, aber man sei "entsetzt" darüber, "wenn die Direktorin als Antisemitin diffamiert wird, die Ausstellung sogar teils in die Nähe nationalsozialistischer Wiederbetätigung gerückt wird oder manche ihr vorwerfen, dass sie nicht jüdisch ist". Kritik sei zwar wichtig, aber "nichts rechtfertigt Rufmord und Hetze! Es braucht Toleranz und Respekt", zitierte "Der Standard" weiter aus dem Schreiben.
Die IKG wurde aufgefordert, "nicht länger zu schweigen, sondern die Diskussion wieder auf eine sachliche Ebene zu
bringen". Unterzeichnet wurde der Brief von Robert Schindel, Timothy
und Franziska Smolka, Zwi Bar-David, Gerda Frey, Helga Feldner-Busztin,
Peter Munik, Siegfried Loewe und Angelica Bäumer. Staudinger selbst
hatte zuletzt in Interviews angekündigt, in die Ausstellung in den
kommenden Wochen "eine weitere textliche Kontextebene" einzuziehen. "100 Missverständnisse über und unter Juden" ist noch bis 4. Juni im Museum in der Dorotheergasse zu sehen.