Durch ein Datenleck bei der GIS hat ein Hacker aus den Niederlanden mehrere Millionen österreichische Meldedaten gestohlen und im Internet zum Verkauf angeboten. Betroffene können sich nun einem Sammelverfahren anschließen.
Die Gebühren Info Service GmbH (GIS), die mit der Einbringung und Abrechnung der ORF-Rundfunkgebühr in Österreich beauftragt ist, verfügt augenscheinlich über alle österreichischen Melderegisterdaten in ihrer Datenbank. Diese Informationen wurden offenbar für das Aufspüren allfälliger Rundfunk-Gebührenvermeider verwendet.
Die GIS beauftragte ein IT-Unternehmen mit der Neustrukturierung der Datenbank. Aufgrund eines Fehlers im Juni 2020 standen wohl insgesamt neun Millionen österreichische Meldedaten unverschlüsselt für knapp eine Woche im Internet. Möglicherweise wurde auch noch eine Datenbank, die sich auf Gebäude bezog, veröffentlicht.
Ein Hacker aus den Niederlanden hat diese Daten gestohlen und im Internet zum Verkauf angeboten. Von dem Daten-Diebstahl könnten somit alle österreichischen Bürger und Unternehmen betroffen sein. Der Hacker wurde im November 2022 verhaftet,
Die Melderegisterdaten bestehen aus: Familienname, Vorname, Akademische Grade, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, ZMR-Zahl, Hauptwohnsitz samt Adresse und Meldedatum, Nebenwohnsitz samt Adresse und Meldedatum
Laut einer Aussendung der Rechtsanwälte Florian Scheiber und Robert Haupt können sich Betroffene dem Strafverfahren gegen den Hacker anschließen und allfälligen Schadenersatz verlangen. Außerdem können sich Betroffene bei der GIS und dem noch unbekannten IT-Unternehmen unter Umständen schadlos halten.
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