Am Donnerstagvormittag wurde Alexander Van der Bellen vor der Bundesversammlung in Wien wieder als Bundespräsident angelobt.
Das Staatsoberhaupt sprach die von der Verfassung vorgegebene Formel "Ich gelobe, dass ich die Verfassung und alle Gesetze der Republik getreulich beobachten und meine Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen werde" wie schon vor sechs Jahren ohne den möglichen religiösen Zusatz. Van der Bellen wurde in Wien mit stehenden Ovationen gefeiert.
Einzig die
Freiheitlichen begnügten sich mit einem sehr kurzen Beifall, was wohl
unter anderem einem Interview des Präsidenten geschuldet war, in dem er
die Angelobung eines FPÖ-Kanzlers zumindest in Zweifel zog. Zu dem
Festakt im historischen Sitzungssaal des Parlaments war nicht nur die
Bundesversammlung, also das Gremium von National- und Bundesrat sondern
auch zahlreiche Ehrengäste wie Vorgänger Heinz Fischer und Altkanzler
wie Wolfgang Schüssel (ÖVP), etliche frühere Minister, die Vorsitzenden
der Höchstgerichte und religiöse Würdenträger wie der Vorsitzende der
katholischen Bischofskonferenz Franz Lackner erschienen. Die
musikalische Begleitung kommt von Studierenden der Universität für Musik
und darstellende Kunst.
Van der Bellen hatte sich bei der Wahl am 17. Oktober des Vorjahres bereits in der ersten Runde mit 56,7 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Er wurde damit für weitere sechs Jahre in die Wiener Hofburg gewählt.