Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) kritisiert, dass der VW-Dieselskandal in Österreich weiter bei der rechtlichen Aufarbeitung ausharrt.
Der VKI wirft dem Autobauer vor, die Aufklärung zu torpedieren und damit eine Klärung in Sammelverfahren zu erschweren. Allein der Verein für Konsumenteninformation (VKI) führt dazu Sammelklagen mit rund 10.000 Geschädigten, die Rechtsanwaltskanzlei Poduschka Partner rund 1.300 Einzelverfahren.
Dieselskandal: VW bestreitet weiter eine Haftung
Nichtsdestotrotz bestreite VW vor
österreichischen Gerichten weiterhin eine Haftung - und habe nun auch
noch eine richtungsweisende Klarstellung des Obersten Gerichtshofes
(OGH) verhindert. "Dadurch bleiben die Gerichte weiterhin mit tausenden
ungeklärten Fällen belastet, die sich von dieser OGH Entscheidung
Klärung erwartet hatten", zeigte sich der VKI enttäuscht.
"Während
VW in den USA, Deutschland und Großbritannien bereits Schadenersatz
gezahlt hat, gibt es in Österreich keinerlei Entschädigungsangebot,
sondern hartnäckige Versuche, die unausweichlichen
Entschädigungszahlungen weiter zu verzögern", werfen die
Konsumentenschützer dem Autokonzern vor.
VKI kritisiert VW im Dieselskandal
Konkret habe VW einem
Kläger, der aufgrund seiner Klage im Juli 2022 ein richtungsweisendes
Urteil des EuGH zum Thermofenster erstritten hatte, immer wieder neue
Vergleichsangebote gemacht, bis der Kläger das VW-Angebot angenommen
habe und auf den weiteren Rechtsweg verzichtet habe - und somit eine
abschließende rechtliche Klärung verhindert wurde.
"VW zahlt also
aus Angst vor einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes an einen
einzelnen Kunden mehr aus, als tausende VW-Kund:innen vergeblich mit
ihren Klagen einfordern", so Anwalt Poduschka, der den VKI auch in den
Sammelklagen gegen VW vertritt und ergänzt: "Dieser Schritt ist
juristisch zwar zulässig, aber gegenüber den anderen geschädigten
Kund:innen und gegenüber den österreichischen Gerichten äußerst unfair.
Wären gleich zu Beginn des Verfahrens vernünftige Vergleiche angeboten
worden (wie in anderen Staaten), hätte VW der österreichischen Justiz
viel Zeit und Mühe ersparen können."
VKI: Betroffenen müssen auf Entschädigung warten
"Noch immer müssen betroffene österreichische PKW-Fahrer:innen auf eine angemessene Entschädigung warten. Das ist sehr unbefriedigend. VW sollte endlich mit dem VKI in konstruktive Gespräche treten, damit die Geschädigten rasch zu ihrem Recht kommen", kritisierte Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. Auch der für Konsumentenschutz zuständige Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) fordert von Volkswagen eine angemessene Entschädigung der Betroffenen. "Es gibt absolut keinen Grund, warum es hier eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Ländern geben sollte."