Weltweit rechnen fast drei Viertel der CEOs mit einer Rezession 2023. Auch in Österreich rechnet ein Großteil damit.
In Österreich erwarten 72 Prozent der Entscheidungsträger großer Unternehmen einen Wirtschaftsabschwung, das sind mehr als im 2020 mit damals 68 Prozent. Das hat der Global CEO Survey des Wirtschaftsberaters PwC ergeben, bei dem 4.400 Spitzenmanager in 105 Ländern befragt wurden. In Österreich haben 32 CEOs an der Befragung im Oktober und November teilgenommen.
"Die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen wird in Zeiten hoher Energiepreise und Inflation auf die Probe gestellt", sagte PwC-Österreich-Chef Rudolf Krickl laut Mitteilung. Fast jeder fünfte Entscheidungsträger (19 Prozent) in Österreich befürchte demnach, dass das eigene Unternehmen in zehn Jahren nicht mehr existenzfähig sein werde, wenn es den jetzigen Kurs beibehält - global sind es 40 Prozent. Auch die Zuversicht in die eigene Profitabilität ist seit vergangenem Jahr gesunken (minus 14 Prozent): Die Mehrheit (57 Prozent) der heimischen CEOs ist sich unsicher, ob ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten ein Umsatzwachstum erzielen werde.
Während Cyber-
und Gesundheitsrisiken im Vorjahr noch als die größten Bedrohungen für
Unternehmen galten, stehen heuer die Auswirkungen des wirtschaftlichen
Abschwungs im Vordergrund. Für Österreichs Führungskräfte stellen die
Inflation (38 Prozent), makroökonomische Volatilität (38 Prozent) und
Cyberbedrohungen (22 Prozent) die größten Sorgen dar. Ein geringeres
Bedrohungspotenzial wird dem Klimawandel zugeschrieben: Nur 19 Prozent
der heimischen CEOs (14 Prozent weltweit) geben die Klimakrise als eine
der Hauptsorgen für 2023 an.
Das Risikobewusstsein scheint sich
auf lange Sicht allerdings zu ändern: In den nächsten fünf Jahren stellt
die Klimakrise für 28 Prozent der heimischen Führungskräfte die
zweitgrößte Bedrohung dar. Die Angst vor weiteren Pandemien schwindet:
Keine Führungskraft hierzulande sieht sich in den kommenden zwölf
Monaten Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Im Vorjahr stuften in Österreich
48 Prozent dieses Risiko noch als hoch ein.
Langfristig gesehen -
im Hinblick auf die nächsten zehn Jahre - sind sich alle heimischen CEOs
(100 Prozent) einig, dass sich der Fachkräftemangel auf die
Rentabilität ihrer jeweiligen Branche am stärksten auswirken wird.
Weltweit betrachtet stellt dieser nur die drittgrößte Sorge dar. Weiters
werden regulatorische Änderungen (88 Prozent), sich ändernde
Kundenbedürfnisse (82 Prozent) und Lieferkettenstörungen (73 Prozent)
als die größten Einflussfaktoren eingestuft.