Jede fünfte Frau in Österreich ist als Kind mindestens einmal von körperlicher Gewalt durch die Eltern betroffen. Von psychischer Gewalt ist mehr als jede dritte Frau betroffen.
27,73 Prozent der Frauen von 18 bis 74 Jahren in Österreich, die für die Studie "Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen in Österreich 2021" von Statistik Austria befragt wurden, haben demnach mindestens einmal psychische Gewalt in der Kindheit durch den Vater und 29,47 Prozent durch die Mutter erlebt. In vielen Familien ist dies "selten oder einmal" vorgekommen. Von psychischer Gewalt, die "dauernd" oder "oft" durch den Vater ausgeübt wurde, berichten 4,54 Prozent, mit der Mutter als Ausübender sind es fünf Prozent.
Körperliche Gewalt durch den Vater haben 11,91 Prozent in ihrer Kindheit mindestens einmal erlebt, 12,19 Prozent durch ihre Mutter. "Selten oder einmal" ist 5,36 Prozent körperliche Gewalt durch ihren Vater widerfahren und 4,79 Prozent durch ihre Mutter. "Dauernd" oder "oft" haben diese Gewalt 2,15 Prozent durch ihren Vater und 1,96 Prozent durch ihre Mutter erlebt.
7,05 Prozent haben mindestens eine Form von sexueller Gewalt (inklusive Vergewaltigung) in ihrer Kindheit erfahren. Von einer vollendeten Vergewaltigung in der Kindheit sind 1,85 Prozent der Frauen betroffen, heißt es in der Studie. Am häufigsten findet die erste sexuelle Gewalttat im Alter zwischen elf und 15 Jahren statt - mit 45,09 Prozent der Betroffenen. Jünger als sechs Jahren waren 12,77 Prozent, in Summe 29.223 Frauen.
95,56 Prozent aller von sexueller Gewalt in der Kindheit betroffenen Frauen wurden Opfer einer männlichen Täterperson, 6,40 Prozent einer weiblichen. Häufig kommt der Täter bzw. die Täterin aus dem Bekannten- und Familienkreis. 85,09 Prozent kannten den Täter bzw. die Täterin.
41,73 Prozent der Frauen in Österreich haben in ihrer Kindheit psychische und/oder körperliche Gewalt zwischen ihren Eltern miterlebt. Für Kinder kann das oft traumatisierende Folgen haben.