Die Zahl der Katholiken und Protestanten sinkt in Österreich weiter, während die Anzahl an Muslimen und Orthodoxen wächst. Die zweitgrößte "Religionsgemeinschaft" in Österreich sind aber die Bekenntnislosen.
Geschuldet ist dies der Säkularisierung, die vor allem in Europa ein allgemeines Phänomen darstellt. Allerdings gibt es auch Religionsgemeinschaften, die - vor allem durch Zuzug - ständig wachsen, allen voran die Muslime und Orthodoxen. Die zweitgrößte Gruppe stellen in Österreich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung die Bekenntnislosen dar.
Bekenntnislose sind in Österreich zweitgrößte Religionsgemeinschaft
Zahlen zur Größe der Religionsgemeinschaften sind immer schwerer zu erheben. Wurde bis 2001 das Bekenntnis noch bei der Volkszählung erhoben, fiel dieses Merkmal im Rahmen des Zensus danach weg. 2021 führte Statistik Austria im Auftrag des Bundeskanzleramts eine freiwillige Erhebung über "Religionszugehörigkeit der Bevölkerung in Privathaushalten" durch. Zusätzlich werden noch die Zahl der Austritte sowie der Aufnahmen bzw. Wiederaufnahmen unter den kirchenbeitragspflichtigen Religionsgemeinschaften in Österreich (römisch-katholisch, evangelisch A.B. und H.B., Altkatholiken) dokumentiert.
4,83 Millionen Katholiken und zwei Millionen ohne Bekenntnis
Wie die Bischofskonferenz am Mittwoch
veröffentlichte, gab es im Jahr 2021 - es handelt sich um bereinigte
Zahlen - 4,83 Mio. Katholiken. Bei einer Gesamtbevölkerung von 8,94 Mio.
in diesem Jahr entspricht das 54 Prozent. Dem gegenüber stehen rund 2
Mio. Menschen ohne Bekenntnis, was 22,4 Prozent entspricht. Zum
Vergleich: 1971 waren noch 87,4 Prozent römisch-katholisch und 4,3
Prozent bekenntnislos. Die Ursachen sind vielfältig. Vor allem nach
diversen Missbrauchsaffären verlor die Kirche massenweise Mitglieder,
aber auch der wachsende Wohlstand nach dem Zweiten Weltkrieg trieb die
Säkularisierung unter anderem an.
Immer weniger Protestanten in Österreich
Auch immer weniger Protestanten
gibt es in Österreich. 2021 gab es 340.000 Evangelische (3,8 Prozent) -
sowohl Lutheraner als auch Reformierte - in Österreich. 50 Jahre davor
waren es noch 447.100 was damals sechs Prozent der Gesamtbevölkerung
entsprach. Von den Orthodoxen Kirchen weiß man über die Entwicklung
nicht besonders viel, fehlen bis zur Jahrtausendwende doch valide
Vergleichswerte. Seit 2001 wuchsen die Gemeinschaften doch von rund
180.000 auf rund 437.000 im Jahr 2021 bzw. von 2,2 auf 4,9 Prozent. Um
fast zwei Drittel geschrumpft sind in diesem Zeitraum die Altkatholiken,
die nun 0,1 Prozent der Bevölkerung ausmachen.
745.600 Muslime gibt es in Österreich
Schwierig ist auch
die Erfassung der Muslime in Österreich, die ja keine "Kirche"
darstellen, sondern die nur zum Teil über Moscheenvereine in der
Islamischen Glaubensgemeinschaft erfasst sind, deren genaue Zahl kann
aber aktuell nur geschätzt werden. Laut der Erhebung 2021 gab es 745.600
in Österreich, was 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. 1971
waren es lediglich 22.300. Die Zahl der Juden und Jüdinnen schrumpft
hingegen, was auch auf Todesfälle zurückzuführen ist: von 8.100 im Jahr
2001 auf 5.400 (0,1 Prozent der Bevölkerung).