Die FPÖ stellteine Forderung nach einem Corona-U-Ausschuss, in dem von der FPÖ behauptete "Manipulation und Zensur in Zeiten der Pandemie" untersucht werden soll.
"Ich werfe der Bundesregierung Einflussnahme auf die mediale Berichterstattung vor", sagte Mediensprecher Christian Hafenecker am Freitag u.a. mit Blick auf Inseratenbudgets. Auch allfällige Eingriffe in soziale Medien will er untersucht haben, ebenso, wer von der Krise finanziell profitiert haben könnte.
Corona-U-Ausschuss nach Ende des ÖVP-U-Ausschusses
Der von der FPÖ angedachte U-Ausschuss soll nach Ende des ÖVP-U-Ausschusses ins Leben gerufen werden, sagte Hafenecker am Freitag auf einer Pressekonferenz. Die Freiheitlichen könnten einen solchen Ausschuss mit ihren Nationalratsstimmen alleine allerdings nicht einberufen. Denn notwendig dafür sind die Stimmen zumindest eines Viertels der 183 Nationalratsabgeordneten - das wären 46. Die FPÖ-Fraktion verfügt aktuell aber nur über 30 Mandatare.
Hafenecker
ist dennoch zuversichtlich, dass der von ihm gewünschte Ausschuss
zustande kommt: Er gehe davon aus, dass allen Fraktionen an Aufklärung
gelegen sei, meinte er, es werden dann entsprechende Gespräche zu führen
sein.
Corona-U-Ausschuss: Hafenecker ist zuversichtlich
Seine Vorwürfe (Manipulation und Zensur) begründete
Hafenecker u.a. damit, dass in der Corona-Pandemie in Österreich
"verschiedene Institutionen gegen Desinformation" eingerichtet worden
seien. Der Mandatar verwies etwa auf den im März 2020 im
Bundeskanzleramt eingerichteten "digitalen Krisenstab", der sich unter
anderem mit dem Aufspüren und Richtigstellen von Falschinformationen
rund um das Coronavirus beschäftigen sollte. Die Stabsstelle unterstand
dem Medienbeauftragten Gerald Fleischmann, den Hafenecker als "Chef der
Message Control" bezeichnete. "Wenn man weiß, wie die ÖVP Einfluss auf
Medien genommen hat, dann kann man nicht ausschließen, dass es zu
ähnlichen Einflussnahmen gekommen ist."
Auch über die
Inseratenvergabe der Regierung vermutet Hafenecker Einflussnahme auf
Medien: "Ich werfe der Bundesregierung Einflussnahme auf die mediale
Berichterstattung vor. Wir sehen, wie zum Beispiel die Inseratenetats in
den Regierungsbüros in die Höhe geschnellt sind im Zusammenhang mit
Covid, wie dann Sonderinserate und entsprechende Kampagnen durchgezogen
worden sind. Und er denke schon, dass es "eine Korrelation zwischen
Berichterstattung und dem massiven Aufstocken - da reden wir von einem
dreistelligen Millionenbetrag - von Inseraten gibt".
Hafenecker verweist auf Medienberichte über Elon Musk
Hafenecker
verwies darüber hinaus auch auf Medienberichte, wonach Twitter-Chef Elon
Musk von Einfluss der US-Regierung auf den Kurznachrichtendienst
berichtete - kritische Stimmen zur Corona-Politik sollen auf
Regierungswunsch in der Vergangenheit von Twitter unterdrückt worden
sein. Ähnliches mutmaßt Hafenecker auch in Österreich und fordert
Aufklärung: "Was ich der Bundesregierung auch vorwerfe: Dass man analog
zu den Vereinigten Staaten wohl auch hier in Soziale Medien eingegriffen
hat, dass man vielleicht an gewissen Algorithmen gedreht hat oder
drehen hat lassen, dass man unliebsame Personen sperren hat lassen."
Dies
sei auch im freiheitlichen Umfeld immer wieder passiert, sagte er und
verwies darauf, dass beispielsweise sein eigener Youtube-Kanal gesperrt
worden sei, nachdem er die Wirksamkeit der Corona-Impfung infrage
gestellt hatte. Es müsse die Frage geklärt werden, wer politische
Verantwortung dafür trage, dass die Meinungsfreiheit beschnitten worden
sei und "Zensur auf der Tagesordnung" gestanden sei.
Geklärt haben will Hafenecker auch, wer allfällig von der Pandemie profitiert hat. So vermutet er u.a. Unregelmäßigkeiten etwa bei Geschäften mit Tests oder Schutzmasken.