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Weg zur Arbeit dauert länger als Teilzeitjob: AK half Familienvater

30-12-2022, 10:50

Für einen alleinerziehenden Familienvater, der für eine Teilzeitstelle täglich länger pendeln hätte sollen, als seine Arbeitszeit gedauert hätte, hat die AK Oberösterreich die Aufhebung der Sperre des AMS-Bezugs erstritten.

Der alleinerziehende Vater von drei minderjährigen Kindern bezog Notstandshilfe. Das AMS bot ihm eine Teilzeitstelle als Reinigungskraft an, berichtete die AK Oberösterreich am Freitag.

Arbeitsweg länger als Arbeitszeit: Beschäftigung nicht zumutbar

Da der Mann jeden Tag länger als seine tägliche Arbeitszeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln hätte müssen und ihm daher Fahrzeit und Arbeitszeit in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander zu stehen schienen, bewarb er sich aber nicht auf das Angebot. Das AMS sah darin eine Weigerung, eine zumutbare Beschäftigung anzunehmen, verwies auf das Auto des Mannes und sperrte ihm sechs Wochen den Notstandshilfe-Bezug.

Die AK Oberösterreich legte erfolgreich Beschwerde gegen die vom AMS erlassene Sperre ein. Der Mann hätte sein privates Auto nicht benutzen können, weil es einer teuren Reparatur bedarf. In Anbetracht der geringen Höhe an Notstandshilfe und der familiären Situation wären die Kosten dafür ein unzumutbarer finanzieller Aufwand.

AK kritisiert vorschnelle Sperren beim AMS-Bezug

Aufgrund der massiv steigenden Lebenshaltungskosten habe das Thema AMS-Bezugssperren aktuelle Brisanz. "Ungerechtfertigte und vorschnelle Sperren beim AMS-Bezug sind leider kein Einzelfall", so AK-Präsident Andreas Stangl. Wer sich gegen eine Sanktion wehrt, habe gute Chancen: jedem Dritten werde Recht gegeben.

(APA/Red)

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