Silvester ist Glücksklee-Zeit. In Österreich ist der Markt rund um den vierblättrigen Sauerklee fest in den Händen von großen ausländischen Produzenten aus Dänemark oder Holland.
Der damit verursachte Preiskampf sei auch der Hauptgrund, weshalb es in Österreich nur "eine Handvoll" Glückskleeproduzenten gibt, hieß es vom Blumenbüro Österreich zur APA. Der einzige heimische Bio-Glückskleeproduzent ist übrigens die Tiroler Gärtnerei Seidemann.
Silvester-Glücksklee wird oft im Ausland produziert
Für heimische Unternehmen sei es in diesem zeitlich beschränkten Nischenmarkt insgesamt schwierig "den Preis zu halten", zumal, unter anderem flächenbedingt, Glücksklees in Österreich "nicht in Unmengen produziert werden können", erklärte Nada Bakajlic vom Blumenbüro Österreich im APA-Gespräch. Eine wichtige Rolle bei diesem Themenkomplex spielten auch Supermarktketten und Großhändler: "Diese kaufen meist billig im Ausland und bestimmen zudem auch die Preisgestaltung für österreichische Hersteller".
Produktion von Glücksklee in Österreich zahle sich nicht aus
Deshalb und aufgrund der aktuell sehr
hohen Energiekosten zahle es sich für österreichische
Glückskleeproduzenten nicht wirklich aus, zu produzieren und am
umkämpften Markt mitzumischen. Stattdessen würde man zum Teil auf
"Innovationen" setzen, etwa indem man Glücksklee in höherer Qualität
oder auch auf Bio-Basis produziere.
Bio-Gärtnerei Seidemann setzt auf Glücksklee in höherer Qualität
Letzteres mache derzeit
hierzulande nur die Bio-Gärtnerei Seidemann. Der Geschäftsführer der in
der Innsbrucker Umlandgemeinde Völs angesiedelten Gärtnerei, Erwin
Seidemann, sah diesen Bio-Fokus im APA-Gespräch als Chance und
Herausforderung zugleich. "Im Gegensatz zum sonstigen Glückskleemarkt
ist dieses Segment nämlich nicht umkämpft", strich er heraus. Diese
Entscheidung habe aber zugleich auch zur Folge gehabt, dass man seit
heuer nicht mehr an Großhändler liefere: "Wir verkaufen unsere Produkte
ausschließlich vor Ort".
Grundprobleme lägen bei den Supermakrtketten
Auch für Seidemann liegt eines der
Grundprobleme bei den Supermarktketten: "Der große Markt ist im Grunde
völlig dorthin abgewandert." Diese Ketten kämen auch der Bequemlichkeit
der Kunden sehr entgegen: "Man kauft im Supermarkt beispielsweise
sonstige Glücksbringer und nimmt dann auch einfach noch den Glücksklee
mit". Bei Kunden fehle zudem zum Teil auch schlicht das Bewusstsein,
denn viele wüssten nicht, ob sie Bio-Glücksklee oder konventionellen
Glücksklee in den Händen hielten, so Seidemann.
4.000 Stück Glücksklee dieses Jahr produziert
Alles in allem
habe man in diesem Jahr rund 4.000 Stück produziert. "Unsere
Bio-Glücksklees werden nicht chemisch behandelt und haben auch mehr
Platz als konventionelle Glücksklees", betonte der Geschäftsführer. Die
Bio-Qualiät habe auch einen weiteren Vorteil: "Unsere Glücksklees landen
auch am Teller in der Gastronomie." Dort sei es natürlich ein
wesentlicher Vorteil, wenn der Klee unbehandelt sei.
Glücksklee hat als Zuchtklee wenig mit dem Klee auf der Wiese gemein
Der
angebotene Glücksklee, ein Zuchtklee, hat übrigens wenig mit dem
bekannten Klee auf den Wiesen gemein. Er hat von Natur aus vier Blätter,
was bei den heimischen Kleesorten sonst nur als Mutation vorkommt. Das
sonst sehr seltene, vierblättrige Exemplar in den Händen zu halten, soll
jedenfalls Glück bringen. Vor allem zu Silvester.