2.300 Mal hat in Österreich im Jahr 2022 die Erde gebebt. Das bilanzierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) kurz vor dem Jahreswechsel.
79 Erdbeben waren für die Bevölkerung spürbar. Große Schäden richteten die Erschütterungen aber nicht an. Auch beim schwersten Beben am 25. Februar in St. Johann im Pongau in Salzburg kam es lediglich zu Verputzrissen. Die meisten Erdbeben gab es 2022 in Niederösterreich.
So oft gab es im Jahr 2022 in Österreich Erdbeben
Mit dem Stationsnetz des Erdbebendienstes der ZAMG (Stand Donnerstag 9.00 Uhr) wurden weltweit rund 11.300 seismische Ereignisse registriert. Acht davon waren auch in Österreich spürbar, davon waren je drei aus Italien und Liechtenstein, ein Erdbeben aus Bosnien und eines aus Frankreich. Somit wurden 87 Beben von der Bevölkerung wahrgenommen. Zwar war das deutlich weniger als im Rekordjahr 2021 mit 106 spürbaren Beben in Österreich, die Anzahl liegt aber klar über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 63 spürbaren Beben.
ZAMG sieht einen Trend zu mehr Erdbeben in Österreich
Die starke
Bebentätigkeit zwei Jahre hintereinander bedeutet aber keinen Trend zu
mehr Erdbeben in Österreich, versicherte die ZAMG. "Die tektonische
Aktivität unterliegt natürlichen Schwankungen. Phasen mit mehr Erdbeben
wechseln sich mit ruhigeren Zeiträumen ab", sagte ZAMG-Seismologin Rita
Meurers.
Kräftige Beben im Pongau und im südlichen Mühlviertel
Neben dem stärksten Beben im Pongau wurden auch die
beiden kräftigen Erdbeben im südlichen Mühlviertel bei Gramastetten in
Oberösterreich stark wahrgenommen und verursachten leichte Schäden.
Größere Schäden an Gebäuden wurden im Jahr 2022 nicht gemeldet.
Neuer Höchstwert an Erdbeben in Österreich mit 2.293 im Jahr 2022
Die
Zahl instrumentell registrierter - und größtenteils nicht spürbarer -
Erdbeben in Österreich erreichte mit 2.293 einen neuen Höchstwert. "Ein
Grund dafür sind zwei außergewöhnliche Erdbebenserien", sagte Meurers.
"Im Raum Wiener
Neustadt, Niederösterreich, wurden von Jänner bis März 650 Beben
aufgezeichnet und bei St. Johann im Pongau, Salzburg, konnten im Februar
und März 362 Beben lokalisiert werden. Aufgrund der laufenden
Verdichtung des Stationsnetzes durch die ZAMG und im Rahmen von
internationaler Kooperation ist es außerdem möglich, immer mehr schwache
Erdbeben zu erfassen."
25 gefühlte Beben 2022 in Niederösterreich
Mit 25 gefühlten Beben im vergangenen Jahr
ist Niederösterreich Spitzenreiter unter den Bundesländern. An zweiter
Stelle liegt Tirol mit 19 spürbaren Erdbeben. In Oberösterreich wurden
mit 14 Ereignissen für dieses Bundesland ungewöhnlich viele Erdbeben
beobachtet. In der Steiermark wurden acht fühlbare Beben registriert, in
Kärnten sieben und in Salzburg und Vorarlberg ereigneten sich jeweils
drei verspürte Erdbeben.
Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG zu Erdbeben seit März 2021
Über das der ZAMG und über die seit März 2021 angebotene App berichtete die Bevölkerung dem Österreichischen Erdbebendienst von mehr als 4.500 Wahrnehmungen. Die meisten Meldungen kamen zu den kräftigen Erdbeben bei Gramastetten in Oberösterreich (rund 1.200 Meldungen). Die Meldungen aus der Bevölkerung geben Auskunft über die Stärke der Fühlbarkeit und ermöglichen die Ermittlung des Intensitätsgrades auf der Europäischen Makroseismischen Skala. Sie sind außerdem ein wesentlicher Beitrag zur Bestimmung der Erdbebengefährdung in Österreich.