Das neue Jahr bringt in Niederösterreich einen dreiwöchigen Intensivwahlkampf und anschließend am 29. Jänner die NÖ Landtagswahlen.
ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne und NEOS werben im gesamten Bundesland um die Stimmen der 1.288.838 Wahlberechtigten. MFG, KPÖ und "Dein Ziel" gehen in einzelnen ins Rennen. Während es für die ÖVP um Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner um den Erhalt der absoluten Mehrheit geht, wittern die übrigen Parteien durchwegs Morgenluft.
NÖ Landtagswahlen bringen intensiven Wahlkampf mit sich
Bis einschließlich 6. Jänner gilt für die fünf landesweit antretenden Gruppierungen in Niederösterreich so etwas wie Weihnachtsruhe, dann wird aber in das intensive Werben um Stimmen eingestiegen. Als erstes startet die FPÖ am 7. Jänner mit einer Auftaktveranstaltung in Schwechat (Bezirk Bruck a. d. Leitha). Tags darauf folgt die SPÖ in Böhlerwerk (Bezirk Amstetten). Die ÖVP steigt am 9. Jänner in St. Pölten so richtig in die Kampagne ein. Auch die NEOS bleiben zum Wahlkampfauftakt in der Landeshauptstadt, am 11. Jänner wird der Rathausplatz bespielt. Bereits mit einem offiziellen Event gestartet sind die Grünen am 27. November in Horn.
Auftaktveranstaltungen zur NÖ-Wahl stehen großteils noch aus
Die Auftaktveranstaltungen stehen großteils also noch aus,
was aber nicht heißt, dass es in den vergangenen Wochen in
Niederösterreich keinen Wahlkampf gegeben hätte. Dieser startete im
Grunde bereits mit der Bekanntgabe des Wahltermins Anfang November.
Rasch ergab sich ein politisches "Ping-Pong" im Zusammenhang mit dem von
der ÖVP vorgeschlagenen Fairnessabkommen. Sukzessive stiegen die
anderen Parteien aus den Gesprächen aus, eine Einigung gab es nicht.
Zankapfel war u.a. die Wahlkampfkostenobergrenze von sechs Millionen
Euro.
ÖVP erwartet "schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten"
Für die ÖVP war daraufhin der "schmutzigste Wahlkampf aller
Zeiten" am Horizont zu sehen. Die Volkspartei brachte gleichzeitig
"Schmutzkübelkampagnen" der Sozialdemokraten im Zusammenhang mit dem
SPÖ-nahen Online-Medium "Neue Zeit" aufs Tapet. Etwas unter Druck kam
die ÖVP rund um die Vorwürfe gegen ORF-NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler.
Dieser soll sich laut internen Chats und E-Mails immer wieder für
TV-Präsenz von Mikl-Leitner eingesetzt haben. Ziegler gab seine
Zuständigkeiten hinsichtlich der aktuellen Berichterstattung an Ingrid
Thurnher ab - vorerst bis zum Vorliegen der Ergebnisse einer
Evaluierungskommission.
Opposition kritisierte drei Berichte des Landesrechnungshofs
SPÖ, FPÖ, NEOS und Grüne kritisierten
indes drei Berichte des Landesrechnungshofs zur Sonderprüfung von
landesnahen und landeseigenen Gesellschaften, bemängelt wurde u.a.
fehlende Transparenz. Die ÖVP, der illegale Parteienfinanzierung im
Zusammenhang mit Inseratenschaltungen vorgeworfen worden war, sah mit
dem Landesrechnungshof eine Institution des Landes "in den Schmutz
gezogen". Apropos Inserate: Rund um Schaltungen in zwei Medien aus dem
ÖVP-Umfeld laufen auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien.
FPÖ-Kandidat Udo Landbauer sorgte für Aufsehen
Früh
für Aufsehen sorgte Udo Landbauer, Landespartei- und Klubobmann der
FPÖ. Er stellte am 20. November via Online-Video den
Landeshauptmann-Anspruch. Realisiert werden könnte dieses Vorhaben wohl
nur in einem Bündnis von FPÖ, SPÖ und NEOS.
ÖVP soll laut Umfrage mit 49,63 Prozent auf Platz eins landen
Geht es nach jüngsten
Umfragen, wird die ÖVP (2018: 49,63 Prozent) zwar klar auf Platz eins
landen, die Absolute aber verlieren. Prognostiziert wurden Mikl-Leitner
und Co. zuletzt 38 bis 41 Prozent, was für die Volkspartei das
schwächste Resultat bei einer Regionalwahl im Bundesland seit 1945
bedeuten würde (bisher: 44,2 Prozent 1993). Die SPÖ (2018: 23,92
Prozent) darf auf leichte Zugewinne hoffen. Für die FPÖ (2018: 14,76
Prozent) ist das beste Ergebnis in Niederösterreich (bisher: 16,1
Prozent aus dem Jahr 1998) drinnen, vorhergesagt wurden von Market und
IFDD (Institut für Demoskopie und Datenanalyse) zuletzt 20 bzw. 17
Prozent.
Auf Klubstärke aus sind die Grünen und die NEOS
Auf Klubstärke aus sind die Grünen (2018: 6,43) sowie die
NEOS (5,15 beim erstmaligen Antreten 2018). Beide Parteien befanden
sich zuletzt in Umfragen in einer Range von sechs bis acht Prozent.
MFG, KPÖ und "Dein Ziel" treten nicht in ganz NÖ zur Wahl an
Nicht
im gesamten Bundesland antreten werden drei Listen. "MFG Österreich -
Menschen Freiheit Grundrechte" (MFG) wird in den Wahlkreisen Baden,
Krems, Mödling, St. Pölten und Tulln auf dem Stimmzettel zu finden sein,
"KPÖ plus - offene Liste" (KPÖ) in Amstetten, Bruck a.d. Leitha, St.
Pölten und Wiener
Neustadt. Im Wahlkreis Amstetten tritt mit "Dein Ziel" (ZIEL) eine von
Ex-MFG-Politikern gegründete Liste an. Die Zahl der Stimmberechtigten
ist im Vergleich zu 2018 um rund 97.500 (7,6 Prozent) auf 1,288.838
Personen gesunken. Grund dafür ist die Abschaffung des
Zweitwohnsitzerwahlrechts.