Die SPÖ Niederösterreich will den Dr. Dollfuß-Platz in Mank (Bezirk Melk) in Maria-Emhart-Platz umbenennen.
Weitere Vorschläge wurden am Donnerstag für 2023 angekündigt. In der Mostviertler Gemeinde läuft aktuell eine einjährige Aufarbeitungsphase, an deren Ende laut Bürgermeister Martin Leonhardsberger (ÖVP) eine "ergebnisoffene" Abstimmung über den Namen des Platzes im Gemeinderat stattfinden soll.
"Eine Straße oder einen Platz nach einer Person zu benennen, ist eine der größten Ehren, die eine Gemeinde einer Person zukommen lassen kann. Dass aber die Stadt Mank diese Ehre dem austrofaschistischen Diktator Engelbert Dollfuß immer noch zukommen lässt, macht mich betroffen und wütend", sagte SPÖ-Landesparteichef LH-Stellvertreter Franz Schnabl am Donnerstag in einer Aussendung.
Dem
Vorschlag der Benennung des Platzes nach der 1981 gestorbenen
Widerstandskämpferin und SPÖ-Politikerin Emhart sollen im kommenden Jahr
weitere Empfehlungen folgen. Präsentiert werden diese laut Aussendung
"anlässlich verschiedener Jahrestage aus der Dollfuß-Ära".
Die
Stadtgemeinde setzt bis zur angekündigten Abstimmung in Zusammenarbeit
mit dem Verein "MERKwürdig" auf Aufklärung der Bevölkerung. Der Verein
ist auch an der Aufarbeitung des Dollfuß-Museums im nahe gelegenen
Texingtal beteiligt. Am Ende des Prozesses soll eine Empfehlung der
Historiker über eine Umbenennung des Platzes stehen.
Gestartet wurde die Aufarbeitungsphase Anfang November, nachdem sich der Gemeinderat vorerst gegen die Umbenennung des Platzes ausgesprochen hatte. Angefacht worden war die Diskussion um die Namensgebung im September, weil ein ehemaliger SPÖ-Gemeinderat die Straßenschilder abmontiert und an das Haus der Geschichte Österreich in Wien und das Museum Niederösterreich in St. Pölten geschickt hatte.