Hülsenfrüchte sind Pflanzen, deren Samen in einer Hülle heranwachsen. Sie sind klimafreundlich, gesund und in der Ernährung unverzichtbar.
Dazu zählen unter anderem Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Fisolen oder Lupinen. Laut einer Greenpeace-Aussendung vom Dienstag könnten sie regional angebaut werden, würden die Bodenqualität verbessern, wenig Wasser brauchen und eine klimafreundliche Eiweißquelle seien.
Hülsenfrüchte: Reich an lebensnotwendigen Nährstoffen
Hülsenfrüchte sind reich an lebensnotwendigen Nährstoffen und Eiweiß und dazu fettarm - ein klimaverträgliches Superfood. Ihr hoher Proteingehalt macht sie zu einem guten Fleischersatz. Erbsen, Bohnen, Linsen und Co. enthalten zudem wichtige Vitamine, viele Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Kalium und Zink. Aufgrund ihres hohen Ballaststoff- und Nährstoffgehaltes seien sie Greenpeace zufolge unabdingbar für eine ausgewogene Ernährung.
Mehr pflanzlich basierte Nahrung zu essen biete aber nicht nur Vorteile für den Menschen, sondern auch für das
Klima. Verglichen mit einem pflanzlichen Braten (zum Beispiel Tofu) sei
die Klimabilanz eines Schweinsbratens viermal höher. Greenpeace zufolge
seien Hülsenfrüchte
aber viel mehr als Fleischersatz, nämlich ein hochwertiges
Nahrungsmittel, reich an Eiweiß und mit einem hohen Anteil an sekundären
Pflanzenstoffen und Antioxidantien. Sie seien gesund und umweltschonend
in der Herstellung.
Umweltschützer führten Marktcheck zu Hülsenfrüchten durch
Auch einen Marktcheck haben die Umweltschützer durchgeführt, für den sie das Angebot an Hülsenfrüchten
in den neun großen Supermärkten unter die Lupe genommen haben. Dafür
untersuchten sie die Verfügbarkeit, den Anteil biologisch produzierter
Erzeugnisse und auch woher die Hülsenfrüchte stammten, und ob das Herkunftsland klar gekennzeichnet war.
Lob
gab es für die umfangreiche Auswahl und den hohen Bio-Anteil der
Früchte in heimischen Supermärkten, der beispielsweise bei den Linsen
sogar über 60 Prozent lag. Auch heimische Produkte wurden meist klar
gekennzeichnet, bei Herkunftsländern außerhalb Österreichs oder der EU
waren die Angaben dem Bericht der NGO zufolge deutlich weniger
transparent.
Pro Jahr: Fünf Kilo Hülsenfrüchte pro Kopf in Österreich verzehrt
In Österreich werden Daten der Österreichischen
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zufolge
durchschnittlich pro Jahr und Kopf rund fünf Kilo Hülsenfrüchte
verzehrt. In den letzten Jahrzehnten hätte die Erbse den Rang als
wichtigste Hülsenfrucht an die Sojabohne abtreten müssen, die heute auf
viele verschiedene Arten verzehrt werde, beispielsweise als Drinks,
Joghurt oder Tofu. Durchschnittlich würden pro Jahr 270.000 Tonnen Hülsenfrüchte
in Österreich geerntet, 200.000 Tonnen davon entfielen allein auf
Sojabohnen. Aufgrund des hohen Futtermittelbedarfs würden aber auch
jährlich 500.000 Tonnen Sojabohnen und Schrot importiert, um Schweine,
Rinder und Geflügel zu füttern.
Bio-Produkte hätten eine um rund 30 Prozent bessere Klimabilanz als herkömmlich produzierte Produkte. "Die beste Wahl für Klima und Umwelt sind Bio-Produkte aus der Region. Sehr erfreulich also, dass es eine gute Auswahl an Hülsenfrüchten in Bio-Qualität in den Supermärkten gibt", erläuterte Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich.