Laut dem ORF werden nach Vorwürfen gegen einen Musikschuldirektor im Weinviertel Anschuldigungen auch von Betroffenen an weiteren Musikschulen erhoben.
Laut einer Aussendung haben Einzelgespräche mit Betroffenen stattgefunden. Weitere Termine wurden vereinbart, teilte MKM (Musik und Kunst Schulen Management) am Dienstag mit. Laut MKM sind in den vergangenen drei Jahren vier Beschwerden über eine Musikschulleitung eingelangt, die Dienstrechtliches betrafen.
Anschuldigungen gegen fünf Musikschuldirektoren in NÖ
Die neuen Anschuldigungen richten sich gegen die Direktoren von fünf Musikschulen im Most-, Industrie- und Weinviertel, berichtete der ORF. Die Vorwürfe drehen sich um Mobbing, sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und willkürliche Vergabe von Stunden an Lehrpersonal. Beschwerden bei Bürgermeistern und beim MKM sollen laut Betroffenen seit Jahren nicht ernst genommen worden sein.
Das MKM hielt in einer Aussendung
fest, dass die vier Beschwerden in den vergangenen drei Jahren drei
niederösterreichische Musikschulen betrafen. "In allen Fällen handelt es
sich um dienstrechtliche Angelegenheiten, z. B. Befristung,
Verlängerung eines Dienstverhältnisses, Intransparenz bei
Stundenvergaben", hieß es. Generell sei um anonyme Beratung ersucht
worden. Das MKM werde "allen Fällen unverzüglich nachgehen, die
offiziell einlangen, um bei der Aufklärung mitzuwirken".
Musikschulverband soll weitere Vorgehensweise festlegen
In der Causa um den in der Vorwoche zwangsbeurlaubten Musikschuldirektor im Weinviertel sollte der dienstrechtlich zuständige Musikschulverband in einer Sitzung am Dienstag die weitere Vorgehensweise festlegen. "Die Schilderungen von Erlebtem und von Wahrnehmungen erfordern weitere
dienstrechtliche Konsequenzen, weil sexistische und rassistische
Äußerungen und Handlungen bei uns keinen Platz haben", wurde die Obfrau
des Musikschulverbandes zitiert.
Die Vorwürfe gegen den Musikschuldirektor
im Weinviertel betreffen laut "Falter" sexuelle Belästigung,
rassistische Beschimpfungen und Drohungen. Nach einem Gespräch der
zuständigen Gemeinden mit dem Vorsitzenden des Elternverbandes am
Sonntag fand am Montag eine Versammlung mit allen Lehrpersonen der
Musikschule statt. MKM unterstütze im Auftrag des Landes die Gemeinden
bei der vollständigen Aufklärung und bei der Einleitung von Maßnahmen,
wurde betont.
Einzelgespräche in NÖ unter professioneller Begleitung
Die Einzelgespräche fanden der Aussendung zufolge
unter professioneller Begleitung von Experten und der
Gleichbehandlungsbeauftragten des Landes Niederösterreich
statt. "Wir sind bestrebt, allen Beteiligten möglichst noch vor
Weihnachten die Gelegenheit zum Gespräch zu geben. Die Notwendigkeit ist
gegeben und war spürbar", so Claudia Grübler-Camerloher,
Stellvertreterin der NÖ Gleichbehandlungsbeauftragten.
(S E R V I C E - Hotline für die Vereinbarung von Einzelgesprächen: Stelle NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte 02742/9005-16198, [email protected])