Die Arbeiterkammer kritisiert die Abschaffung des Käthe-Leichter-Staatspreis. Auch Jury-Mitglieder zeigen sich von der Entscheidung irritiert. Das Ministerium weist die Kritik zurück.
"Käthe Leichter hat nicht nur das Frauenreferat in der Arbeiterkammer Wien gegründet, sie war auch eine Pionierin der Frauenforschung", kritisiert AK-Präsidentin Renate Anderl die Abschaffung des Käthe Leichter-Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt.
Den Namen ohne Rücksprache mit der Jury einfach zu entfernen, sei eine Herabwürdigung des Preises und seiner Preisträgerinnen, argumentierte AK-Präsidentin Anderl in einer Aussendung am Freitag. Sie fordert Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) auf, von der Streichung des Namens abzusehen.
Irritiert zeigten sich auch Jury-Mitglieder wie Anna Steiger, Vizerektorin für Personal & Gender der TU Wien, Gabriella Hauch, Universitätsprofessorin für Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Wien oder Pia Lichtblau, Jurymitglied des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Und auch Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, sprach sich für die Beibehaltung des Preises aus.
Der Käthe Leichter-Staatspreis war 1991 ins Leben gerufen fordern. Mit ihm sollten Frauen vor den Vorhang geholt werden, die sich mit Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt beschäftigten.
Aus dem zuständigen Ministerium
von Susanne Raab (ÖVP) hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA,
dass der Frauenpreis "neu konzipiert, erweitert und aufgewertet" wurde.
Dass er abgeschafft wird, sei falsch. Der Käthe-Leichter-Preis werde
mit eben diesem Namen weiter bestehen und am Montag im Rahmen des
Frauenpreises in drei Kategorien verliehen, hieß es.