Nach dem Ende des EU-Gipfels am Donnerstag kündigte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) einen Sondergipfel zur Migration im Februar an.
Am Donnerstag betonte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP), nach Ende des EU-Gipfels betont, dass es Österreich mit Unterstützung der Niederlande gelungen sei, ein gemeinsames Problembewusstsein zum Thema Migration entstehen zu lassen. "Wir haben dieses Thema jetzt wieder in den Mittelpunkt der europäischen Diskussion gestellt". Am 9. Februar soll es dazu einen Sondergipfel geben, sagte der Kanzler. Ein Schengenbeitritt von Rumänien und Bulgarien sei bis dahin aber nicht realistisch.
Bundeskanzler Nehammer kündigt Sondergipfel zur Migration an
Hintergrund ist auch, dass die Niederlande die EU-Kommission aufgefordert haben, einen Rechtsstaatlichkeitsbericht zu Bulgarien vorzulegen, der erst im Juni erwartet wird. Vor dem Sommer ist daher auch keine Teilnahme beider Länder am grenzkontrollfreien Schengenraum zu erwarten.
Nehammer: Man müsse zuerst Grenzen nach innen kontrollieren
Das
Problem sei, dass man bei einer Verschiebung der Außengrenzen, zunächst
die Grenzen nach innen wirklich kontrollieren müsse, sagte Nehammer.
"Das ist derzeit nicht der Fall. Wir haben in Österreich
mehr als 75.000 Personen, die aufgegriffen wurden, die nicht irgendwo
registriert worden sind, obwohl sie durch eine EU-Land durchgegangen
sind", erklärte Nehammer. Nun brauche es Ursachenforschung, warum Österreich so stark betroffen sei und wie man das Problem lösen könne.
Diskussion zur Migration sei "sehr ordentlich gewesen"
Dennoch
sei die Diskussion zur Migration "sehr ordentlich gewesen", betonte der
Kanzler. So hätten Rumänien und Bulgarien die Hoffnung ausgedrückt,
dass 2023 zum Jahr der Lösung werde. Ihm sei es jedenfalls wichtig
gewesen, dass nur mit den beiden Staaten gemeinsam eine Lösung gefunden
werde könne. Nun gelte es abzuwarten, welche Maßnahmen konkret umgesetzt
werden.
Immer wieder Möglichkeiten den Grenzschutz zu verstärken
So gebe es immer wieder Möglichkeiten, den Grenzschutz zu
verstärken, das fordere auch Bulgarien. "Aber es ist ja nicht nur eine
Frage eines Zauns an sich, sondern viel wichtiger ist auch die
Überwachung der Grenze, die technischen Möglichkeiten, das Personal dazu
und auch die Möglichkeiten, um eben gegen organisierte Kriminalität und
Schlepper vorzugehen", so der Kanzler.