Österreich will mit einem neuen "einsatztaktischen Konzept" das Schlepperwesen im ungarischen Grenzgebiet bekämpfen und somit auch Geflüchtete stoppen.
Dafür werde die Zahl von derzeit 30 österreichischen Einsatzkräften auf 60 verdoppelt, hieß es aus dem Innenministerium am Montag zur APA. Die österreichischen Polizistinnen und Polizisten werden demnach auch auf ungarischem Boden tätig sein, um Geflüchtete aufzugreifen.
Österreichs Polizisten sollen Flüchtlinge in Ungarn stoppen
Dies erfolge "in Anwesenheit von ungarischen Beamten", was schon bisher möglich sei. Details sollen am Dienstag vor Ort an der Brücke von Andau von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) und General Michael Takacs bekannt gegeben werden. Der Einsatz läuft unter dem Namen "Operation Fox". An der Grenze Ungarn-Serbien sind bereits 70 österreichische Einsatzkräfte im Einsatz.
Kooperation zwischen Österreichs und Ungarns Polizisten
Die rechtliche Basis für die Polizeizusammenarbeit zwischen Österreich und Ungarn
bilden laut Innenministerium der Prümer Vertrag zur verstärkten
Zusammenarbeit und zum Informationsaustausch zwischen EU-Staaten zum
Zweck der Bekämpfung des Terrorismus und der grenzüberschreitenden
Kriminalität sowie ein bilateraler Kooperationsvertrag zwischen
Österreich und Ungarn.
Asylsuchende haben kaum Möglichkeit für Antrag in Ungarn
Für Asylsuchende ist es in Ungarn
kaum möglich, einen Antrag zu stellen. Österreich müsse indes seine
Grenze schützen, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Sonntag in der
ORF-Pressestunde. "Die Vorbereitungen laufen seit Monaten, um den Ungarn zu helfen", sagte Nehammer in Bezug auf die "gemeinsame Polizeiaktion".
Riedl: "Österreich macht sich mitschuldig an Völkerrechtsbruch"
"Österreich
macht sich wahrscheinlich mitschuldig an einem Völkerrechtsbruch",
sagte Christoph Riedl, Asylbeauftragter der Diakonie, am Montag im
Ö1-Mittagsjournal. Österreichische Einsatzkräfte würden ungarischen Beamten
Schutzsuchende übergeben, die dann nach Serbien zurückgeschickt würden
"ohne, dass sie einen Asylantrag stellen können", so Riedl.
Ungarn schob tausende Menschen ohne rechtmäßiges Verfahren ab
Ungarn
hat in den vergangenen Jahren tausende Menschen ohne rechtmäßiges
Verfahren nach Serbien abgeschoben und wurde für seine Asylpolitik vom
Europäischen Gerichtshof (EuGH) mehrfach verurteilt.