Durch den möglichen Einspruch eines mitangeklagten Mitarbeiters im Sportministerium, könnte sich der Betrugsprozess gegen die ehemalige Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) verzögern.
Der Betrugsprozess gegen Sophie Karmasin (ÖVP) wird sich wohl verzögern. Ein mitangeklagter Mitarbeiter im Sportministerium will Einspruch gegen die Anklageschrift einbringen, berichtete die "Krone" am Freitag. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hatte vor Kurzem Anklage erhoben. Dabei geht es noch nicht um ihre Rolle in der ÖVP-Umfrageaffäre, sondern um Bezugsfortzahlungen und wettbewerbsbeschränkenden Absprachen.
Der Anwalt des Zweitangeklagten, Thomas Krankl, will laut "Krone" am Dienstag Einspruch einbringen, was eine Verzögerung des Prozesses - ein Termin war bis dato nicht bekannt - mit sich bringt. Das Oberlandesgericht Wien muss nun die Anklage gegen Karmasin und den leitenden Beamten im Sportministerium nämlich überprüfen. Als Grund nannte Krankl "formelle Mängel in der Anklage", andererseits müsse überprüft werden, ob die Vorgangsweise bei Ausschreibungen überhaupt strafbar ist, zumal es ein Direktvergabeverfahren gewesen sei.
Zur Anklage gebracht wurde der
Vorwurf, Karmasin habe sich nach ihrem Ausscheiden aus der Politik
widerrechtlich Bezugsfortzahlungen erschlichen, indem sie Bediensteten
des Bundeskanzleramts verschwieg, dass sie ihre selbstständige Tätigkeit
mit dem Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Ministeramt nahtlos
fortsetzte. Geld verdient haben soll sie mit Studien für das
Sportministerium, für die sie aufgrund von Absprachen mit
Mitbewerberinnen - darunter ihre frühere Mitarbeiterin Sabine Beinschab -
den Zuschlag erhielt.