Justizministerin Alma Zadic (Grüne) geht davon aus, dass die Regierung sich bei der Verschärfung des Korruptionsstrafrechts und des Maklergesetzes in den finalen Abstimmungen befindet.
Lange wurden zwei Gesetzesvorhaben erwartet, aber bisher mangels Zustimmung der ÖVP noch nicht umgesetzte. Jetzt könnten diese wohl bald umgesetzt werden. Sowohl bei der Verschärfung des Korruptionsstrafrechts als auch beim Maklergesetz geht Justizministerin Alma Zadic (Grüne) davon aus, dass man sich in den finalen Abstimmungen befindet. Das erklärte die Ministerin laut Parlamentskorrespondenz am Donnerstag in einer Aktuellen Aussprache im Justizausschuss.
Zum Korruptionsstrafrecht würden intensive Gespräche mit dem Koalitionspartner geführt. Sie gehe davon aus, dass man die Materie demnächst auf den Weg bringen könne, erläuterte die Grüne Ministerin. Auch beim Maklergesetz sei man in Endabstimmungen.
Im Korruptionsstrafrecht
sollen - mit einer von Zadic bereits vor mehr als einem Jahr
vorgelegten Novelle - im Zuge der Ibiza-Affäre sichtbar gewordene Lücken
geschlossen werden. Die Strafbarkeit bei Mandatskauf soll erweitert und
der Amtsträgerbegriffes bei Bestechlichkeit erweitert werden. Es soll
auch strafbar werden, wenn ein Politiker eine bestimmte Leistung gegen
Geld oder sonstige Vorteile zusagt, noch ehe er die entsprechende
Funktion eines "Amtsträgers" hat - also etwa im Wahlkampf steht.
Die Änderung des Maklergesetzes
soll die Abschaffung dieser oft hohen Gebühren für Mieter bringen. Vor
Kurzem hat Zadics Parteikollegin Nina Tomaselli beklagt, dass die ÖVP
den Entwurf der Ministerin aufweichen wolle - konkret jene Bestimmung im
Text, die verhindern soll, dass die abgeschaffte Maklerprovision durch
die Hintertür wieder eingeführt wird.
Noch mitten in Gesprächen
ist man hinsichtlich der Übertragung des Weisungsrechts gegenüber
Staatsanwälten vom Ministerium auf eine Generalstaatsanwaltschaft. Für
die Reform des Kindschaftsrechts wird - nach Kritik an einem ersten
Konzept - ein neuer Entwurf erarbeitet und
dann politisch abgestimmt, berichtet Zadic. In Ausarbeitung sei zudem
der zweite Teil der Reform des Maßnahmenvollzugs. Bald in Begutachtung
geschickt werde die Reform des Verbotsgesetzes.