Ingrid Korosec, die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, fordert für eine weitere Pflegereform schnell neue Sozialpartner-Gespräche.
"Die ersten beschlossenen Gesetze sind zweifellos wichtig, seit der Präsentation im Mai herrscht aber wieder Stillstand", sagte Korosec am Freitag in einer Aussendung. "Die Verantwortlichen dürfen nach diesem guten Start nicht die Hände in den Schoß legen, denn die Pflege ist trotz Krisen weiterhin das brandaktuelle Zukunftsthema."
Sowohl für das Pflege- als auch für das Gesundheitssystem fordert Korosec eine Finanzierung aus einer Hand. "Ohne sie werden wir den sich immer weiter zuspitzenden Ärzte- und Pflegekräftemangel nicht meistern können", erneuerte die Seniorenbund-Präsidentin ihre langjährige Forderung nach einer vereinheitlichten Gesundheits- und Pflegefinanzierung. Die kommenden Finanzausgleichsverhandlungen für die Spitalsfinanzierung sieht sie als "große Chance für eine Weichenstellung bei der Gesundheitsfinanzierung". Aber: "Wir dürfen diese Chance nicht verpassen, sonst fährt das Gesundheitssystem Richtung Abstellgleis", warnt Korosec.
Auch die Gesundheitsökonomin Maria Hofmarcher
wünscht sich, dass bei den anstehenden Finanzausgleichsverhandlungen die
Verteilung der Mittel für die Spitalsfinanzierung auf bessere Beine
gestellt wird. "Ich könnte mir vorstellen, dass man zum Beispiel die
Gemeinden, die ja circa 1,4 Milliarden Euro pro Jahr zur
Spitalsfinanzierung beitragen, entlastet. Diesen Betrag den Ländern
gibt, aber von der Bundesseite her Vorgaben macht, wie diese Mittel
einzusetzen sind. Damit hätten wir eine Straffung und eine
Vereinheitlichung im stationären Sektor", sagte Hofmarcher am Freitag im
Ö1-"Morgenjournal".
Und in einem zweiten Schritt mit dieser Straffung einhergehen muss ihrer Ansicht nach, dass der ambulante Sektor - nämlich Spitalsambulanzen, niedergelassene Medizin beziehungsweise Kassenmedizin, aber auch Mobile Pflege - zusammen gedacht wird. "Ich wünsche mir, dass die Krankenversicherung und die Länder die Köpfe zusammenstecken, gemeinsam planen, diese Köpfe sollen rauchen, wie in der Region, über die Sie reden, am besten die ambulante Versorgung zu organisieren ist."