AMS-Chef Johannes Kopf unterbreitete vor Kurzem den Vorschlag, dass es für Vertriebene aus der Ukraine Sozialhilfe geben solle. Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) unterstützt diesen Vorstoß.
"Es darf da keine Denkverbote mehr geben", sagte er im Interview mit dem "Standard" (Freitag-Ausgabe). Zuvor hatte sich auch Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) vorsichtig positiv zu dieser Möglichkeit einer Sozialhilfe für Vertriebenen aus der Ukraine geäußert. Beim Koalitionspartner ÖVP gibt es dazu unterschiedliche Ansichten.
"Ich bin der Meinung, der Anspruch auf Sozialhilfe ist eine gute Möglichkeit, um Ukrainer leichter in den Arbeitsmarkt zu integrieren", sagte Rauch wörtlich. Kocher hatte am Dienstag im ORF-"Report" gemeint, ihm wäre es recht, wenn möglichst viele der aus der Ukraine Geflüchteten am Arbeitsmarkt tätig würden. Man müsse aber beachten, dass bei einer Integration der Vertriebenen ins Sozialhilfesystem für diese dann die Pflicht bestehe, Arbeitsplätze in Österreich anzunehmen.
Gegen
Kopfs Vorschlag hatte sich bereits Anfang November
Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) ausgesprochen. Nach
Erstaufnahme und Unterbringung müsse die Message jetzt "Selbsterhaltung"
sein - und nicht, diese Menschen ins Sozialsystem zu überführen.