Vor dem Urnengang in Niederösterreich am 29. Jänner 2023 plant die ÖVP einen Wahlkampf mit "viel Fingerspitzengefühl".
Die ÖVP spricht über ihre Wahlkampfpläne zur : Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner führte in diesem Zusammenhang Rhetorik und Werbemaßnahmen ins Treffen. Den anderen im Landtag vertretenen Parteien attestierte er im APA-Interview einen "Frühstart" in die jeweilige Kampagne. Selbstbewusstsein und nicht eine Abgrenzung zur Bundes-ÖVP solle der Auftritt als "Niederösterreich Partei" ausdrücken.
ÖVP mit Wahlkampf bei NÖ-Wahl "mit Fingerspitzengefühl"
Ebner bezeichnete den Wahlkampf generell als "sensible Zeit". Man sehe bei den politischen Mitbewerbern, dass "viereinhalb Jahre gut zusammengearbeitet wird" und nun "auf einmal die Ellbogen ausgefahren werden und die Rhetorik deutlich nach unten wandert". Ins Spiel gebracht wurde von der ÖVP daher eine Vertrauensallianz bzw. ein Fairnessabkommen. Gespräche dazu laufen laut Ebner. Das Klima sei gut, man sei dabei, "den gemeinsamen Nenner zu finden".
Man werde sich bei der Frage nach dem Umgang miteinander finden
"Durchaus
finden" werde man sich auch bei der Frage nach dem Umgang miteinander.
Miteingeschlossen sei hier auch die FPÖ, wo Landespartei- und Klubobmann
Udo Landbauer zuletzt mit markigen Sagern in Richtung Landeshauptfrau
Johanna Mikl-Leitner hervorstach. Hier müsse man allerdings sagen, "so
wie sie den Wahlkampf bis jetzt angelegt haben, recht viel tiefer unter
die Gürtellinie kann es fast gar nicht mehr gehen". Ein weiterer
"offener Punkt", der diskutiert werden müsse, sei die
Wahlkampfkostenobergrenze. Hier fordern die anderen Landtagsparteien
eine Reduktion der festgelegten Marke von sechs Millionen Euro.
ÖVP überschritt bei NÖ-Wahl 2018 die Wahlkampfkostenobergrenze
Apropos
Wahlkampfkostenobergrenze: Diese wurde von der ÖVP bei den
Landtagswahlkämpfen 2013 und 2018 überschritten, was zu Strafen führte.
Diesmal werde man sich an die gesetzlich festgelegte Marke halten,
betonte der Parteimanager.
Landtagsparteien würden zur NÖ-Wahl "Frühstart" hinlegen
Generell würden die anderen
Landtagsparteien geschlossen einen "Frühstart" hinlegen, SPÖ, FPÖ, NEOS
und Grüne seien bereits im "Wahlkampfmodus". Die Volkspartei wolle
hingegen "arbeiten bis zum Schluss". Im Fokus stehen dabei für Ebner die
Themen Teuerung, Kinderbetreuung, der Weg zur Energieunabhängigkeit,
leistbares Wohnen und Mobilität. Nach dem 6. Jänner folge ein "knackiger
und intensiver Wahlkampf". Thematisch werde man sich hier überwiegend
ebenfalls in den angesprochenen Segmenten bewegen.
Ebner wolle sich zur Wahlkampf-Auftakt noch nicht äußern
Zu geplanten
Auftakt- und Schlussveranstaltungen wollte sich Ebner mit Verweis auf
"intensive Planungen" noch nicht näher äußern. Offen blieb auch das
Wahlziel, "darüber sprechen wir gerne im nächsten Jahr, wenn der
Wahlkampf begonnen hat". Nach Gastauftritten von Mitgliedern der
Bundesregierung bei Veranstaltungen gefragt, hielt sich der
Parteimanager ebenfalls bedeckt. Bundeskanzler Karl Nehammer werde
jedenfalls zum Wahlkampfauftakt eingeladen.
Volkspartei tritt auch als "Die Niederösterreich Partei" auf
Seit dem Landesparteitag Ende April tritt die Volkspartei auch als "Die Niederösterreich
Partei" auf. Auf dem offiziellen Stimmzettel wird dies bei der
Landtagswahl allerdings trotz vermehrten Spekulationen nicht stehen,
hier setzt man auf "LH Johanna Mikl-Leitner - VP Niederösterreich
(VPNÖ)", wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Man wolle - mit 573
Gemeindeparteien und 452 Orts- bzw. Stadtchefs - Selbstbewusstsein
ausstrahlen, sich aber nicht von der Bundespartei distanzieren: "Wir
sind als Volkspartei Niederösterreich eine eigenständige Partei, aber ja trotzdem eine Wertegemeinschaft."
Im Jänner 2023 werden fünf von 29 Landtagsabgeordneten in NÖ
Nicht
mehr kandidieren werden am letzten Sonntag im Jänner 2023 fünf der
aktuell 29 Landtagsabgeordneten. Neben Klubobmann Klaus Schneeberger
(Ebner: "Er hat den Landtag geprägt") sind das der zweite
Landtagspräsident Karl Moser sowie die Mandatare Martin Michalitsch,
Franz Rennhofer und Gerhard Schödinger. Wie 2018 werden auf
Wahlkreisebene die Vorzugsstimmen über die Vergabe der Abgeordnetensitze
entscheiden. Wer nach Schneeberger Klubobmann wird, ließ Ebner, der
selbst medial bereits für diese Funktion gehandelt worden war, offen.