Am Donnerstag ist der Prozess in der Causa Prikraf gegen Heinz-Christian Strache und Walter Grubmüller im Wiener Straflandesgericht fortgesetzt worden. Urteil gab es nicht. Der Prozess wurde vertagt.
In der Causa Prikraf rund um den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds ist der Prozess gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Donnerstag am Straflandesgericht Wien vertagt worden. Eigentlich war bereits ein Urteil erwartet worden. Nächster Verhandlungstag ist nun der 10. Jänner 2023.
Prozess in Causa Prikraf muss nach OLG-Urteil wiederholt werden
Die Verhandlung musste zum Teil wiederholt
werden, da das Oberlandesgericht Wien (OLG) das Ersturteil aufgehoben
hatte. Für Strache gab es ursprünglich 15 Monate bedingter Haft,
Grubmüller erhielt zwölf Monate. In dem Verfahren geht es um einen
vermuteten Gesetzeskauf im Zusammenhang mit der Privatklinik Währing.
Der Klinik-Betreiber hatte der Bundes-FPÖ insgesamt 12.000 Euro für
einen - in der parlamentarischen Praxis eigentlich aussichtslosen
Initiativantrag der damaligen Oppositionspartei - gespendet.
Neue Beweisanträge gestellt und weitere Zeugen geladen
Zu
Beginn des Verhandlungstages hatte die WKStA bereits Beweisanträge
angekündigt. Als Zeugen geladen werden sollen zwei weitere
FPÖ-Abgeordnete, deren Unterschrift sich auf dem Initiativantrag
befindet: Der nunmehrige Kärntner FPÖ-Obmann Erwin Angerer und Peter
Wurm. Außerdem brachte die Anklagebehörde ins Rennen, dass Strache
Grubmüllers Spende für eigene Zwecke verwendet haben könnte - habe die
Partei doch dessen "Lebensstil" finanziert.
Dementsprechend erbost zeigte sich die Angeklagtenseite nach der Bekanntgabe der Vertagung. Straches Rechtsvertreter sprach von einer "Prozessverschleppung", hätten die beantragten Zeugen doch schon im ersten Durchlauf vernommen werden können. Zudem würden seinem Mandanten weitere Prozesskosten anfallen. Ungeachtet der finanziellen Potenz Straches meinte dessen Anwalt, er werde ihn bis zum Ende des Prozesses vertreten.
Zeugenaussagen in Prikraf-Prozess am Donnerstag
Als erster Zeuge
war am Donnerstag Julian Hadschieff, Mitbegründer der PremiQaMed Group,
die mehrere Privatkliniken betreibt, geladen. Er erläuterte nochmals,
wie die Förderungen für Privatkliniken gehandhabt worden waren. Zudem
beschrieb er noch einmal die Kontaktaufnahme Grubmüllers wegen der
gewünschten Aufnahme der Privatklinik Währing in den Prikraf. Dies sei
damals ohne eine höhere Dotierung des Fonds nicht möglich gewesen, so
Hadschieff.
Als zweiter Zeuge war jener Fachreferent im
freiheitlichen Klub erschienen, der den Initiativantrag vorbereitet
hatte. Dieser hätte gar keine Mehrheit finden können, da er in Wahrheit
nie parlamentarisch behandelt worden war, sondern lediglich - aufgrund
der auslaufenden Legislaturperiode - im zuständigen Ausschuss
liegengeblieben war. Auch die NEOS hätten zudem schon zuvor einen fast
identen Antrag zum Prikraf eingebracht.
Letzte Zeugin des Tages
war eine ehemalige Buchhalterin in der FPÖ-Bundespartei, die in der
ersten Verhandlung angegeben hatte, keine Kenntnis über die Spende
Grubmüllers gehabt zu haben. Die nunmehrige Pensionistin blieb bei ihrer
Aussage. Auch von möglichen Spenderoffensiven hatte sie keine
Wahrnehmung.