Die von der Gewerkschaft angestrebte Übernahme des Abschlusses in den Beamten-Gehaltsverhandlungen ist noch keineswegs für alle Bundesländer fix. Auch in Wien will man noch Gespräche führen.
Die Regierung hatte am Mittwoch mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst vereinbart, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst mit 1. Jänner zwischen 7,15 für hohe und 9,41 Prozent für niedrige Einkommen steigen. Im Schnitt macht die Erhöhung 7,32 Prozent aus, um diesen Wert werden auch die Zulagen angehoben.
Der Vorsitzende der für die Gemeindebediensteten zuständigen Gewerkschaft Younion, Christian Meidlinger, ging davon aus, dass die Länder und Gemeinden den Abschluss so wie meist übernehmen werden, weil das auch die Vertreter der Länder sowie des Städte- und Gemeindebundes in Aussicht gestellt hätten.
Übernahme des Gehaltsabschlusses für Beamte auch in Wien noch offen
Das ist aber noch keineswegs überall in trockenen Tüchern. In mehreren Bundesländern werden darüber noch Gespräche geführt. So hieß es etwa im Burgenland aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf Anfrage der APA, dass man sich demnächst zusammensetzen werde. Dann erst werde man festlegen, ob und in welcher Form der Bundes-Abschluss übernommen wird.
Ganz ähnlich klang es bei dem fürs Personal verantwortlichen Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) in Wien: Bürgermeister, Personal- und Finanzstadtrat "beraten" noch diese Woche mit den Gewerkschaften den Bundesabschluss, hieß es laut "Wiener Zeitung" aus seinem Büro.
Bundesländer laden wegen Beamten-Gehältern zu Gesprächen
Ob das Land Vorarlberg den Beamten-Gehaltsabschluss des Bundes für seine Landes- und Gemeindebediensteten übernehmen wird, stand am Donnerstag ebenfalls noch nicht fest. "Die Verhandlungen mit der Personalvertretung laufen derzeit", hieß es auf APA-Anfrage aus dem Landhaus. Anders als in anderen Bundesländern wird in Vorarlberg immer wieder auch vom Gehaltsabschluss des Bundes abgewichen.
Auch der steirische Personallandesrat Werner Amon (ÖVP) lud die Sozialpartner "umgehend" zu Gesprächen ein. "Noch diese Woche sollen die Verhandlungen starten", hieß es aus seinem Büro. Festgelegt hat sich hingegen bereits die Stadt Graz: "In Absprache mit der Personalvertretung wird die Stadt diesen Abschluss übernehmen, sowie auch die sozial gestaffelte Pensionserhöhung (5,8 bis 8,2 Prozent) für die in Ruhestand befindlichen städtischen Beamtinnen und Beamten", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.
Salzburg, Tirol, NÖ und OÖ übernehmen Abschluss des Bundes
Salzburgs Finanzreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) kündigte auf APA-Anfrage an, dass das Land Salzburg den Abschluss der Beamten-Gehaltsverhandlungen für die Bediensteten des Landes und damit auch für die Bediensteten in den Landeskliniken übernehmen wird. Und auch die Salzburger Gemeindebediensteten werden den Bundes-Abschluss bekommen, versicherte der Landesgeschäftsführer des Gemeindeverbandes, Martin Huber.
Auch in Tirol wird die Gehaltserhöhung des Bundes
für alle Landesbediensteten übernommen, teilte Landeshauptmann und
Personalreferent Anton Mattle (ÖVP) am Donnerstag der APA mit. "Durch
die Gehaltserhöhung von bis zu 9,41 Prozent findet auch der soziale
Aspekt für die niedrigsten Lohnstufen eine entsprechende
Berücksichtigung", sagte Michael Eller, Obmann der
Zentralpersonalvertretung des Landes.
Oberösterreich hatte bereits
am Mittwoch mitgeteilt, dass der Bundesabschluss für die rund 25.000
Landesbediensteten (Verwaltung und OÖ Gesundheitsholding GmbH)
übernommen wird. Und Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und oö.
Gemeindebund-Präsident Christian Mader vereinbarten, dass der Abschluss
auch für Gemeindebedienstete gelten wird.
Und auch Niederösterreich wird das Bundesergebnis für den Landesdienst übernehmen. Die Mehrkosten trage man durch Umschichtungen im Budgetvollzug, hieß es laut "Wiener Zeitung" aus dem Büro von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).
Kärnten geht bei Gehaltsabschluss für Beamte eigenen Weg
Einen
eigenen Weg geht Kärnten mit einer schon im Jahr 2021 getroffenen
Vereinbarung, die weiter "grundsätzlich" gilt, wie es aus dem Büro von
Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hieß. Konkret wurde festgelegt, dass
die öffentlich Bediensteten von 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023
zusätzlich zur bereits 2020 vereinbarten Drei-Jahres-Anpassung (jeweils
1,45 Prozent) eine weitere Gehaltserhöhung von 1,55 Prozent erhalten.
Außerdem wurde vereinbart, dass von Juli 2023 bis Dezember 2023 in
Kärnten der Bundesabschluss übernommen wird.