Vom 25. November bis 10. Dezember finden die "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" statt. Zu diesem Anlass wird auf Hilfsangebote in Niederösterreich aufmerksam gemacht. Die Betretungsverbote sind 2022 gestiegen.
Zu den "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" von 25. November bis 10. Dezember haben die Landesrätinnen Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) in einer Pressekonferenz am Mittwoch auf Hilfs- und Beratungsangebote für betroffene Frauen im Niederösterreich aufmerksam gemacht. Die Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote ist laut Aussendung heuer von Jänner bis Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um neun Prozent gestiegen.
Im vergangenen Jahr gab es laut Königsberger-Ludwig 2.367 Betretungsverbote. In Niederösterreich stehen derzeit sechs Frauenhäuser mit 58 Plätzen für Frauen zur Verfügung, insgesamt sind es 145 für Frauen und deren Kinder. Das Budget sei seit 2019 um knapp 600.000 auf 2,8 Millionen Euro erhöht worden. "Weiters haben wir eine Sofortmaßnahme mit 100.000 Euro für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen aufgestellt", sagte die SPÖ-Politikerin. In Notwohnungen gibt es 30 Plätze für Frauen, 2021 waren 52 Betroffene mit 19 Kindern untergebracht.
Das Stärken der
finanziellen Unabhängigkeit sei auch ein Mittel der Gewaltprävention,
sagte Teschl-Hofmeister. Einen wesentlichen Beitrag in der Prävention
leisten ihren Angaben zufolge die NÖ Frauen- und Mädchenberatungsstellen sowie das NÖ
Gewaltschutzzentrum. Eine wichtige Drehscheibe sei auch die Fachstelle
für Gewaltprävention des Landes. Zentral sei die Netzwerkarbeit über
entsprechende Anlaufstellen und über Möglichkeit des Opferschutzes für Betroffene.
Königsberger-Ludwig nannte drei Ziele: Zum einen sollen Qualitätskriterien für den Um- und
Neubau von Frauenhäusern erarbeitet werden. Weiters fehlen im Moment 25
Plätze zum Erfüllen der Istanbul-Konvention, die pro 10.000 Einwohner
einen Frauenhausplatz vorsieht. Diese Lücke soll geschlossen werden. Der
dritte Punkt betreffe das selbstständige Leben von Frauen. "Dazu gehört
auch leistbarer Wohnraum", betonte die Landesrätin. Probleme gebe es
vor allem beim Auszug aus Frauenhäusern, wenn keine adäquate
Wohnmöglichkeit zur Verfügung stehe.