Im Vorfeld der Niederösterreichischen Landtagswahl am 29. Jänner 2023 legten NEOS einen "Plan für saubere Politik vor.
Der NEOS-Plan vor den umfasst fünf Maßnahmen, unter ihnen eine Politikerhaftung, die Einführung gläserner Parteikassen sowie die Etablierung des Informationsfreiheitsgesetzes. Bundeschefin Beate Meinl-Reisinger und Landessprecherin Indra Collini übten bei einer Pressekonferenz in St. Pölten auch Kritik an der ÖVP.
NÖ-Landtagswahlen: NEOS legten Plan für saubere Politik vor
In Sachen Politikerhaftung ist "der Gradmesser" für Colloni die Fahrlässigkeit. Der pinken Landeschefin schwebt vor, dass potenzielle Fälle beim Landesrechnungshof eingemeldet werden können und von diesem auch geprüft werden sollen. Danach solle ein etwaiger Rechtsweg beschritten werden können. Bei den gläsernen Parteikassen brauche es "schwere Sanktionen" für Verstöße.
NEOS fordern vor NÖ Landtagswahl ein Informationsfreiheitsgesetz
Neben
einem Informationsfreiheitsgesetz wurde auch eine transparente
Postenvergabe samt öffentlicher Hearings für Spitzenpositionen
gefordert. Collini trat weiters für einen Regierungsmonitor ein, der
zeigen solle, wie es um die Umsetzung angekündigter Projekte steht.
NEOS-Landessprecherin ortete eine "tiefe Vertrauenskrise" in Politik
Die NEOS-Landessprecherin
ortete eine "tiefe Vertrauenskrise" in der Politik, für die die ÖVP
hauptverantwortlich sei. Die Volkspartei könne "nicht redlich mit Macht
und der damit einhergehenden Verantwortung umgehen", konstatierte
Collini. Es sei "jetzt Zeit, das Richtige zu tun um endlich saubere
Politik in Niederösterreich zu schaffen".
ÖVP sei "permanent beschäftigt, die Scherben aufzuräumen"
In ein ähnliches Horn
stieß Meinl-Reisinger. Die ÖVP sei generell "permanent beschäftigt, die
Scherben aufzuräumen, die sie selbst verursacht hat" und habe daher
"keine freien Hände" für "wesentliche Zukunftsthemen". Sie sprach von
einem "System ÖVP Niederösterreich" und kritisierte in diesem
Zusammenhang auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP).
Meinl-Reisinger überzeugt vom Kippen der ÖVP-Mehrheit in NÖ
Die
Volkspartei sage nun im Bundesland "wir sind jetzt Niederösterreich,
also wir sind das Land". Jede Kritik an der ÖVP sei damit "automatisch
Antipatriotismus" - dies sei "eine Chuzpe der Sonderklasse", hob
Meinl-Reisinger hervor. Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die "alte
Politik" ab dem 29. Jänner "zumindest keine absolute Mehrheit mehr haben
wird".
ÖVP Niederösterreich reagierte auf die NEOS-Aussagen prompt
Bernhard Ebner, Landesgeschäftsführer der ÖVP
Niederösterreich, reagierte auf die Aussagen prompt. "Bundespolitiker
wie Beate Meinl-Reisinger, die das Vertrauen in die Politik weiter
zerstören und mit Untergriffen und Unterstellungen das Klima zur
Zusammenarbeit weiter vergiften und keinen sinnvollen Beitrag für
Niederösterreich leisten, sollen in Wien bleiben", sagte der
Parteimanager in einer Aussendung. Gespräche für eine Vertrauensallianz
zwischen den Landesparteien würden zeigen, dass es in Niederösterreich -
im Gegensatz zum Bund - "eine gute und sachliche Gesprächsbasis
zwischen allen Parteien im Sinne des Landes gibt".
"Wer in diesem Land will eigentlich noch arbeiten?"
Collini nahm im
Rahmen der Pressekonferenz auch Bezug darauf, dass FPÖ-Landespartei-
und Klubobmann Udo Landbauer (FPÖ) am Sonntag den
Landeshauptmann-Anspruch gestellt hatte. "Wer in diesem Land will
eigentlich noch arbeiten?", stellte sie in den Raum. Es gehe bereits
jetzt "nur mehr um Posten", dabei brauche es auch jemanden, der
Oppositionsarbeit übernehme.